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Dow Chemical und Dupont haben jeweils einen Börsenwert von knapp 60 Milliarden Dollar. Foto: Peter Endig

Rekord-Fusion in US-Chemie: Dow und Dupont gehen zusammen

Der deutsche Chemiekonzern BASF verliert seine Position als Nummer eins in der Welt - allerdings nur vorübergehend. Denn die US-Chemieriesen Dupont und Dow Chemical möchten sich nach ihrer Fusion zum neuen Weltmarktführer wieder aufspalten.

Midland/Wilmington (dpa) - In der Chemiebranche kommt es zu einer Rekord-Fusion: Die US-Großkonzerne Dupont und Dow Chemical wollen sich zusammenschließen. Die neue DowDupont werde der weltgrößte Chemiekonzern noch vor dem alten Spitzenreiter BASF aus Deutschland, teilten beide Unternehmen mit.

Es ist die größte Firmenhochzeit in der Geschichte der Branche. BASF gab sich gelassen. "Wir sehen keine signifikante Überschneidung in Bezug auf das kombinierte Portfolio von Dow und Dupont verglichen mit BASF", teilte das Unternehmen in Ludwigshafen mit. BASF habe eine starke Position in der Chemieindustrie und belege in 70 Prozent ihrer Geschäftsfelder einen der ersten drei Plätze.

Bei der Fusion unter Gleichen entsteht ein Gigant mit einer Marktkapitalisierung von rund 130 Milliarden US-Dollar (119 Mrd Euro). Rein rechnerisch kommt DowDuPont laut Daten von 2014 mit fast 110 000 Mitarbeitern zunächst auf einen Umsatz von mehr als 86 Milliarden Dollar. Nach dem Zusammengehen soll der Konzern aber in drei einzelne und jeweils börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Abgewickelt werden soll der Zusammenschluss als reines Aktiengeschäft. Dow-Aktionäre erhalten für jeden ihrer Anteilsscheine genau eine neue DowDupont-Aktie, während Dupont-Aktionäre je Anteilsschein 1,282 DowDupont-Aktien bekommen sollen. Damit halten die Dow und DuPont-Aktionäre jeweils rund die Hälfte an der neuen Gesellschaft.

Der Zusammenschluss soll bereits innerhalb der ersten 24 Monate zu Kosteneinsparungen von rund drei Milliarden Dollar führen. Zudem seien etwa eine Milliarde Dollar aus Wachstums-Effekten zu erwarten. Mit einem Abschluss wird den Angaben zufolge im zweiten Halbjahr 2016 gerechnet, wenn die Behörden zustimmen.

Danach solle innerhalb von 18 bis 24 Monaten die Aufspaltung in drei börsennotierte Spezialisten erfolgen. Dupont-Aktien standen im frühen Handel mit Abschlägen von fast sechs unter Druck, während Dow-Aktien knapp vier Prozent verloren.

Das Geschäft stelle die Branche auf den Kopf, sagte Dow-Chef Andrew Liveris. Aus Sicht von Dupont-Chef Edward Breen wird die Fusion kurzfristig erheblichen Wert durch Synergien schaffen. Die geplante Aufspaltung schaffe darüber hinaus einen noch größeren Wert für Aktionäre, Kunden und auch mehr Möglichkeiten für die Mitarbeiter. Liveris soll dem Aufsichtsrat vorstehen, während Breen Chef des neuen Unternehmens werden soll.

Bei einer gemeinsamen Telefonkonferenz sprachen die Manager vom "richtigen Plan zur richtigen Zeit". Es entstünden drei starke Player als Marktführer. Der neue Agrochemie-Gigant kommt gemessen an den Zahlen von 2014 rein rechnerisch auf einen Umsatz von rund 19 Milliarden Dollar. Das Kunststoffgeschäft bringt rund 51 Milliarden Dollar Umsatz auf die Waage, und der neue Spezialchemie-Teil soll künftig für Erlöse von rund 13 Milliarden Dollar stehen. Unter Analysten wird nicht mit Gegenwind der Kartellbehörden gerechnet.

Das laufende Jahr war für Dupont bereits sehr turbulent gewesen. Im Oktober trat die langjährige Unternehmenschefin Ellen Kullman überraschend von ihrem Chefsessel zurück. Sie war von Seiten der Investmentfirma Trian Fund Management unter Druck geraten. Der Großaktionär hatte kräftige Kostensenkungen und eine Aufspaltung des Konzerns gefordert. Diesen Vorschlag hatte Kullman zurückgewiesen. Neben der Fusion kündigte Dupont am Freitag ein weltweites Sparprogramm an. So sollen die Kosten 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 700 Millionen Dollar sinken.

Auch Dow-Chemical-Chef Liveris bekam den Druck eines aktiven Aktionärs zu spüren. Unter seiner Führung erholte sich Dow Chemical von einer Beinahe-Pleite während der Finanzkrise.

Gemeinsame Mitteilung

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