Mit Megafusion zur Weltspitze

- München/Brüssel - Seit 638 Jahren im Geschäft und jetzt die Nummer 1 auf der Welt: Auf seinem Expansionskurs kennt der belgische Bierbrauer Interbrew keine Grenzen. Rund um den Globus sind die Manager seit Jahren dabei, führende Marktpositionen aufzubauen. Durch die Fusion mit der brasilianischen Ambev entsteht der größte Brauer der Welt.

<P>Interbrew schluckt Ambev und verdrängt damit Anheuser-Busch</P><P>Die belgische Interbrew, die mit einer spektakulären Einkaufstour schon den deutschen Markt aufgerollt hat, verdrängt zusammen mit Ambev den US-Konkurrenten Anheuser-Busch von der Spitze der Bier-Konzerne. Zu Interbrew gehören in Deutschland neben der Münchner Spaten-Löwenbräu-Gruppe mit Franziskaner Weißbier auch Traditionsmarken wie Beck/s und Diebels. In Deutschland ist Interbrew Marktführer.<BR><BR>Wie Interbrew und Ambev im belgischen Löwen und in São Paulo mitteilten, verspricht das milliardenschwere Geschäft gewaltige Einsparungen und überdurchschnittliche Wachstumschancen. Die Börse honorierte die Pläne, die bis Ende 2004 von den Anteilseignern und Kartellbehörden gebilligt sein sollen, nicht. Der Interbrew-Kurs gab zeitweise mehr als 5 Prozent nach.<BR><BR>Interbrew und Ambev, bisher die Nummer 3 beziehungsweise 5 auf dem Weltmarkt, kommen auf einen gemeinsamen Bierausstoß von mindestens 190 Millionen Hektoliter Bier. Interbrew, die in Europa, Asien und Nordamerika Spitzenplätze hat, bekommt nun Zugang auch zum südamerikanischen Markt. Interbrew geht durch die Fusion bis 2007 von Einsparungen in Höhe von 280 Millionen Euro aus, da Kosten beispielsweise bei Einkauf, Vertrieb und Verwaltung wegfallen.<BR><BR>"Der Zusammenschluss mit Ambev, Lateinamerikas führendem Brauer, und seinem Management von Weltklasse ist eine gute Nachricht für unsere Verbraucher, Beschäftigten, Händler und Aktionäre", sagte Interbrew-Chef John Brock, der auch künftig von Löwen aus, der "Bierhauptstadt Belgiens", den Konzern führen wird. "Für Interbrew ist das auch eine Gelegenheit, in einige der am schnellsten wachsenden Biermärkte einzusteigen."<BR><BR>Auch der brasilianische Partner hob die Chancen hervor. "Ein vereintes Geschäft für Amerika - von Kanada bis Argentinien - ist eine sehr aufregende Aussicht", sagte Marcel Herrmann Telles, einer der Aufsichtsräte bei Ambev. Das südamerikanische Brauhaus hält auf dem gewaltigen brasilianischen Markt fast einen Zwei-Drittel-Anteil und ist zudem bei Erfrischungsgetränken stark. Das Unternehmen zählt nach Einschätzung von Interbrew zu den profitabelsten der Branche weltweit.<BR><BR>In der komplizierten Transaktion will Interbrew den Ambev-Mehrheitseigner Braco im Tausch für 141,7 Millionen neuer Aktien übernehmen. Ambev gibt Interbrew mehr als 20 Milliarden neuer Anteilsscheine und bekommt dafür den kanadischen Brauer Labatt.<BR><BR>Gleichzeitig präsentierte Interbrew die Geschäftszahlen für 2003. Der Umsatz stieg nur leicht um 0,7 Prozent auf 7,044 Milliarden Euro, der Gewinn wurde um acht Prozent auf 505 Millionen Euro verbessert. Für Ambev wurde für 2003 ein in Euro umgerechneter Umsatz von gut 2,5 Milliarden Euro bei einem Gewinn von 407 Millionen Euro angegeben. <BR></P>

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