Mehr Arbeit: Selbst Gießereien suchen nun wieder Fachkräfte

- München ­- Die Wirtschaft brummt, und sie wird dies auch weiter tun. Das zeigt die Verbandsumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Denn der Optimismus in den 45 großen Wirtschaftsverbänden ist gewachsen. Dabei hinkt die Stimmung der tatsächlichen Lage noch hinterher, wie sich auf dem Arbeitsmarkt zeigt.

So rechnen nur neun der großen Branchenverbände mit neuen Jobs in ihrem Bereich. Weit mehr, elf Verbände, rechnen aber weiterhin mit weniger Beschäftigten. Mit einer stabilen Lage rechnen 25 Verbände.

Vor einem Jahr war die Zahl der Optimisten kleiner: Nur vier rechneten mit Beschäftigungsaufbau. 21 mit einem Rückgang. Doch trotz dieses Bildes konnte die Beschäftigung bereits im abgelaufenen Jahr deutlich zunehmen: Um 0,7 Prozent stieg die Zahl der Erwerbstätigen nach Zahlen des Statistischen Bundesamts auf 39,1 Millionen Menschen. Das ist die stärkste Zunahme seit 2000.

Besonders wichtig: Erstmals seit 2001 ist auch die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs gewachsen. Bundesweite Zahlen darüber liegen noch nicht vor. In Bayern berichtete Wirtschaftsminister Erwin Huber bereits von einem Aufbau um 70\x0f000 Stellen. Er hofft, dass bereits in diesem Jahr wieder der Höchststand von 2001 erreicht wird.

Selbst wenn die Trendwende in den Erwartungen der Verbände hier weit zurückhaltender ist: Die Tonlage hat sich geändert. Branchen, die noch einen weiteren Beschäftigungsabbau erwarten, fügen nun in vielen Fällen dazu, dass sich dieser verlangsamen wird. Auf der anderen Seite mehren sich die Stimmen derer, die nicht genügend Leute bekommen. Es suchen nicht mehr nur High-Tech-Zukunftsbranchen händeringend Personal. Diesmal beklagen Gießereien, Stahlbau- und Energietechnik, Schiffbau- und Meerestechnik sowie die Kautschukindustrie den Fachkräftemangel. Auch Spediteuren fehlen Kaufleute und Informatiker.

Auch die anderen vom IW abgefragten Indikatoren zur Lage sind durchwegs positiv. 32 Verbände schätzen die Stimmungslage positiv ein (2006: 25), 31 erwarten ein Umsatzwachstum (2006: 25) und 22 steigende Investitionen (2006: 18).

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