Mehr Aufträge für Industrie zu Jahresbeginn

- Berlin - Die deutsche Industrie hat im Januar nach der leichten Schwächephase zum Jahresende wieder einen Anstieg der Auftragseingänge verzeichnet. Die Nachfrage stieg im Vergleich zum Dezember um 1,4 Prozent, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Dienstag in Berlin mitteilte. Analysten hatten mit einem etwas niedrigeren Wachstum gerechnet. Grund für die positive Entwicklung war die wachsende Nachfrage aus dem Ausland, vor allem aus der Nicht-Eurozone. Hier lag der Orderzuwachs bei 8,2 Prozent. Hingegen gingen die Bestellungen aus der Eurozone um 1,8 Prozent zurück. Die Inlandsnachfrage sank um 0,6 Prozent.

Die Angaben für Dezember 2005 korrigierte das Ministerium deutlich nach oben: Nach den endgültigen Zahlen verzeichnete die Industrie bei den Auftragseingängen zum Jahresende lediglich ein Minus von 0,3 Prozent. Diesen Rückgang führte das Ministerium auf die teils kräftigen Steigerungen in den Vormonaten zurück. Zunächst war von einem Rückgang von 1,6 Prozent ausgegangen worden.

Der Aufwärtstrend bei den Auftragseingängen sei gefestigt, hieß es. Die außerordentlich gute Stimmung in der Wirtschaft werde von der Entwicklung der Auftragseingänge real unterlegt. Dies bedeute positive Aussichten für die Industrieproduktion in den kommenden Monaten. Eine Fortsetzung des konjunkturellen Erholungsprozesses sei wahrscheinlich.

Im Januar wurden nach Angaben des Wirtschaftsministeriums wieder überdurchschnittlich viele Großaufträge verzeichnet. Ein kräftiges Auftragsplus verbuchten insgesamt vor allem Hersteller von Investitionsgütern (plus 4,3 Prozent). Der Maschinenbau legte um 7,5 Prozent zu, die Kfz-Branche um 11,7 Prozent.

Die Auftragseingänge sind wie die an diesem Donnerstag folgenden Angaben zur Industrieproduktion wichtige Frühindikatoren für die weitere konjunkturelle Entwicklung. Im weniger schwankungsanfälligen und damit aussagekräftigeren Zweimonatsvergleich (Dezember/Januar gegenüber Oktober/November) stieg die Nachfrage nach industriellen Erzeugnissen um 1,1 Prozent. Aus dem Ausland wurde dabei ein Nachfrageplus von 1,7 Prozent gemeldet, aus dem Inland ein Plus von 0,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Nachfrage im Dezember/Januar um 9,5 Prozent. Die Auslandsnachfrage legte dabei um 15,4 Prozent zu, die Inlandsnachfrage um 3,8 Prozent.

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