Mehr Beschäftigte und mehr Lehrlinge im Handwerk

Trendwechsel: - Berlin - Die starke Konjunktur sorgt für einen Trendwechsel in der Beschäftigung beim Handwerk: Zum ersten Mal seit zehn Jahren wird für 2007 wieder ein Zuwachs bei der Mitarbeiterzahl erwartet.

"Unterm Strich erwarten wir, dass das Handwerk 2007 mit einer Steigerung bei den Umsätzen von 2,5 Prozent das Wachstum der Gesamtwirtschaft erreichen wird", sagte der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Hanns-Eberhard Schleyer, der "Berliner Zeitung". "Das wirkt sich auch positiv auf die Beschäftigung aus. Wir hoffen im Laufe des Jahres auf zusätzliche 30 000 Stellen im Gesamthandwerk", betonte Schleyer. Das wäre ein Zuwachs um 0,6 Prozent.

Im vergangenen Jahr war die Beschäftigung noch um ein Prozent gesunken und lag bei 4,45 Millionen. "Die Perspektiven für mehr Investitionen, Wachstum und Jobs im Handwerk sind gut", sagte Schleyer. Dank des milden Winterwetters, des Auftragspolsters aus dem Vorjahr und der robusten Nachfrage gewerblicher Kunden hätten insbesondere die Bau- und Ausbauhandwerke, sowie die Zulieferer und industrienahen Dienstleister einen guten Start ins Jahr 2007.

Der positive Trend gilt nach einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" (Montag) auch für den Lehrstellenmarkt. Danach melden die Handwerkskammern zu Ende Mai nach vorläufigen Zahlen erneut ein zweistelliges Plus bei den abgeschlossenen Verträgen. "Wir zählen über 4000 Verträge mehr als zum gleichen Zeitpunkt 2006. Wenn sich der Trend fortsetzt, können wir in diesem Jahr das Ergebnis aus dem Vorjahr deutlich übertreffen", sagte Handwerkspräsident Otto Kentzler dem Blatt. Im vergangenen Jahr war die Zahl der Ausbildungsverträge insgesamt um 4,8 Prozent auf mehr als 576 000 gestiegen. Dies war der stärkste Zuwachs seit der Wiedervereinigung.

"Die gute Konjunktur schlägt auf den Ausbildungsmarkt durch", begründete Kentzler seine optimistische Prognose für dieses Jahr. Handwerkskammern sowie Industrie- und Handelskammern hatten bis Ende April 126 300 abgeschlossene Lehrverträge gemeldet, elf Prozent mehr als im Vorjahr. Die Kammern decken fast 90 Prozent des Ausbildungsmarktes ab.

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