Mehr Bewerber als Lehrstellen in Bayern

- München/Nürnberg - Auf dem Arbeitsmarkt bleibt die Frühjahrsbelebung bisher aus. Die Zahl der Arbeitslosen ging im März gegenüber dem Vormonat zwar um 93 600 auf 4,547 Millionen zurück, im Vorjahresvergleich verschlechterte sich die Situation jedoch, teilte die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mit. Lediglich die Statistikänderung zu Jahresbeginn - Teilnehmer an Trainingsmaßnahmen werden nicht mehr mitgezählt - sorgte offiziell für einen Rückgang um 62 200 Arbeitslose. Ohne diesen Effekt stieg die Zahl der Arbeitslosen nach BA-Angaben um 14 100 an.

Auch auf dem Lehrstellenmarkt verschärfte sich die Lage. "Die konjunkturelle Schwäche hat deutliche Spuren hinterlassen", sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Die Zahl der offenen Ausbildungsstellen lag Ende März mit 171 900 um 10 Prozent unter dem Vorjahreswert. Derzeit seien noch 339 300 Bewerber unvermittelt. In Bayern ging die Zahl der gemeldeten Lehrstellen ebenfalls deutlich zurück. Bis Ende März wurden den bayerischen Arbeitsagenturen 64 750 Lehrstellen gemeldet, 8000 weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Bewerber stieg dagegen um fast 6000 auf 76 300. Damit sei erstmals seit 1998 keine ausgeglichene Bilanz am Lehrstellenmarkt zu erwarten.<BR><BR>Zwar stiegen zum 31. März die Neueintragungen der Ausbildungsverhältnisse bei den Industrie- und Handelskammern in Bayern um 8,4 Prozent auf 11 480. Doch sind diese Zahlen zu Beginn des Jahres wenig aussagekräftig. Im Frühjahr könne es sich nur um eine Momentaufnahme handeln, erklärte Hubert Schöffman, Referatsleiter Ausbildung bei der IHK in München. "Je weiter fortgeschritten das Jahr ist, umso aussagekräftiger werden die Zahlen", sagte er.<BR><BR>"Die Zahl der Bewerber, die Ende September noch keine Lehrstelle haben, wird eher zunehmen", befürchtet BA-Vize Heinrich Alt. "Es werden voraussichtlich mehr Bewerbern weniger Ausbildungsstellen gegenüberstehen", fügte er hinzu. Dies sei jedoch nur eine Tendenz, die sich im Jahresverlauf noch ändern könne.<BR><BR>Für ganz Deutschland lag die Zahl der offenen Ausbildungsstellen Ende März mit 171 900 um zehn Prozent unter dem Vorjahreswert. Derzeit seien noch 339 300 Bewerber unvermittelt, die Versorgungslücke sei mit 167 400 gegenüber 140 900 im Vorjahresvergleichszeitraum deutlich größer.<BR><BR>Die Arbeitslosenquote ging von Februar auf März von 11,1 auf 10,9 Prozent leicht zurück. Ungebrochen ist das Ost-West-Gefälle: In Ostdeutschland liegt die Arbeitslosenquote mit 19,2 Prozent mehr als doppelt so hoch wie im Westen (8,7 Prozent).<BR><BR>Auch finanziell geht es der umgekrempelten Behörde nicht rosig: Auf Grund der niedrigeren Zahl von Erwerbstätigen seien von Januar bis März 11,5 Milliarden Euro eingenommen worden - 268 Millionen Euro weniger als geplant.<BR>

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