Manuela Dollinger

Expansive Geldpolitik der EZB

Mehr Flexibilität

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Die jüngsten Entscheidungen der Europäischen Zentralbank kommentiert Manuela Dollinger, Wirtschafts-Redakteurin des Münchner Merkur.

Die Europäische Zentralbank hat – anders als erwartet – ihren Kurs nicht verschärft. Der Leitzins bleibt bei null Prozent. Das Programm, mit dem Staats- und Unternehmensanleihen aufgekauft werden, wird vorerst nicht verlängert. Kritiker der expansiven Geldpolitik sollten sich allerdings nicht zu früh freuen. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, dürfte das Motto in Frankfurt lauten. Da das Anleihenprogramm ohnehin noch bis März 2017 läuft, bleibt noch viel Zeit, um nachzulegen. Und die wird EZB-Chef Mario Draghi wohl auch nutzen.

Denn solange die Zentralbank am Inflationsziel von knapp unter 2,0 Prozent festhält, gibt es keinen Ausweg aus der Abwärtsspirale des billigen Geldes – auch wenn die geldpolitischen Mittel mittlerweile begrenzt sind und die Geldflut kaum Wirkung zeigt. Dabei wäre in der derzeitigen Situation mehr Flexibilität gefragt – zum Beispiel in Form eines Inflationskorridors zwischen knapp über null und zwei Prozent. Auch damit käme die EZB ihrer Verpflichtung nach, für stabile Preise zu sorgen.

Allein der massive Ölpreisverfall, der die Inflation drückt, macht das Erreichen der Zielmarke von zwei Prozent momentan ohnehin unmöglich. Die Konsequenzen sind wiederum weitreichend: Banken, Versicherer und institutionelle Anleger sind unter Druck. Sparer zahlen zum Teil Negativzinsen. Ein starres Inflationsziel, das sich die EZB selbst verordnet hat, reicht nicht als Rechtfertigung für die Folgen dieser Politik.

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