Mehr Gewinn, mehr Personal: Airbus füllt die Kassen der EADS

- München - Es lief in diesem Jahr nicht alles rund bei der EADS: Führungsquerelen, Verspätungen beim A 380, zuletzt machten Gerüchte um Triebwerksprobleme beim Airbus-Flaggschiff die Runde. Doch die Neunmonats-Zahlen machen den Aktionären Freude: Pro Anteilsschein wurden 1,29 Euro Gewinn erwirtschaftet. Im Vorjahreszeitraum waren es 0,73 Cent. Fürs Gesamtjahr erwartet Finanzchef Hans Peter Ring nun 1,65 Euro pro Aktie.

Das Vorsteuerergebnis (Ebit) stieg um 41 Prozent von 1,491 auf 2,099 Milliarden Euro. Genug, um die Jahresprognose von bisher 2,6 Mrd. Euro anzuheben. Jetzt ist von 7,5 Milliarden Euro die Rede.

Obwohl die EADS auch nach Synergieeffekten sucht und daran arbeitet, Prozesse zu straffen, ist von Personalabbau nicht die Rede. "Die Zufriedenheit unserer Kunden und die Einhaltung unserer Zusagen stehen an erster Stelle", gaben die neuen Konzernchefs Tom Enders und Noë¨l Forgeard vor. Die Beschäftigtenzahl stieg binnen Jahresfrist von 110 662 auf 112 184.

Allein Airbus stellt, um die hohen Qualitätsstandards zu halten und auszubauen, jeden Monat 100 bis 120 Ingenieure ein. Dennoch füllt die Luftfahrttochter - wie bislang immer - die Konzernkasse. Sie steuerte mit 1,854 Milliarden Euro fast 9 von 10 Euro zum Ebit bei. Weil die Entwicklung des A380 weitgehend abgeschlossen ist, kann der Konzern beim Forschungs- und Entwicklungsaufwand sparen. Er ist von 1,6 auf 1,4 Milliarden Euro zurückgegangen.

Obwohl die Flugzeugauslieferungen in den ersten neun Monaten 2004 gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 224 auf 271 hochschnellten, kommt die Produktion den Aufträgen kaum nach: 417 neue wurden verbucht (Vorjahreszeitraum: 189). Insgesamt sitzt Airbus auf Aufträgen von 158,5 Milliarden Euro oder 1636 Flugzeugen. Das dürfte für weiter steigende Beschäftigung sorgen.

Eurocopter, der zweite Weltmarktführer unterm EADS-Dach, konnte zwar den Umsatz um 17 Prozent auf 1,732 Milliarden Euro steigern, das Ebit stieg dagegen nur um 4 Prozent auf 105 Millionen Euro. Das führt der Konzern auf einen "weniger vorteilhaften Modellmix" zurück. Schlechter sieht es bei den militärischen Transportflugzeugen aus. Dieser Geschäftsbereich hielt sich mit einem Ebit von einer Million Euro nur knapp über der Verlustzone (Vorjahr: 5 Mio. Euro). Doch läuft die Produktion des Militär-Airbus A400M gerade an. Ein Auftragspolster von 188 Stück lässt künftig bessere Ergebnise erwarten.

Und die Sorgentochter Raumfahrt hat operativ die Gewinnschwelle überschritten: 10 Millionen Euro sind zwar gemessen am Umsatz von 1,67 Milliarden Euro Umsatz mager, machen sich aber besser als die 6 Millionen Euro Verlust vom Vorjahr. Auch der Bereich Verteidigungs- und Sicherheitssysteme macht nun Gewinn: Zehn Millionen Euro gegenüber minus 77 Millionen Euro vor Jahresfrist. Hier zahlt sich aus, dass die Produktion des Eurofighters hochläuft.

Ein neues Sorgenkind wird in "übrigen Aktivitäten" versteckt. Es ist Sogerma Services, die Tochter für Flugzeugwartung und Dienstleistungen. Der Absturz von plus zwölf Millionen Euro Ebit der "übrigen Aktivitäten" auf minus 56 Millionen wurde von einem nicht bezifferten Verlust bei Sogerma verursacht.

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