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Die Bahn kämpft gegen die wachsende Konkurrenz durch Fernbusse, an die sie zuletzt Kunden verlor. Foto: Peter Endig

Mehr Haltepunkte für Intercitys: Bahn will Kunden zurück

Viele Reisende sind von der Bahn auf den Fernbus umgestiegen. Das setzt den Staatskonzern unter Druck. Jetzt verspricht er die größte Kundenoffensive der Geschichte - doch schnell geht das nicht.

Berlin (dpa) - Die Bahn lässt ihre Fernzüge künftig in mehr Städten halten. Insgesamt 25 Orte werden ins Netz der Intercitys aufgenommen und alle zwei Stunden angefahren, wie das Unternehmen am Mittwoch in Berlin mitteilte. Beispiele sind Chemnitz, Fürth, Heilbronn, Tübingen und Siegen.

In einigen Städten hält bisher zwar schon ein IC, aber nur einmal am Tag. Deutschlandweit werde es "keine weißen Flecken im Fernverkehr" mehr geben, versprach Personenverkehrs- Vorstand Ulrich Homburg. Bis alles umgesetzt ist, soll es allerdings 15 Jahre dauern.

Die Bahn will Kunden zurückholen, die sie zuletzt vor allem an die Fernbusse verlor. Die wachsende Konkurrenz belastet das Bahn-Ergebnis 2014 laut Konzernchef Rüdiger Grube mit rund 120 Millionen Euro. Die Bahn hatte deswegen schon die im Dezember übliche Preiserhöhung in der zweiten Klasse ausgelassen.

Durch das neue Fernverkehrs-Konzept will das Bundesunternehmen perspektivisch 50 Millionen zusätzliche Reisende im Jahr gewinnen. Die Bahn investiert dafür in den nächsten 15 Jahren insgesamt 12 Milliarden Euro - vor allem in neue Züge. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) betonte: "Mit diesen Zielen wird die Deutsche Bahn Ihre Attraktivität für Kunden erheblich steigern - und kann zum Verkehrsmittel des 21. Jahrhunderts werden."

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) betonte, in den vergangenen Jahren seien mehrere Städte vom Fernverkehr abgekoppelt worden. Die Anbindung sei auf den von den Bundesländern bezahlten Regionalverkehr abgewälzt worden. Der neue Weg mache das Bahnfahren attraktiver. Auch der Fahrgastverband Pro Bahn bewertete das Konzept als Schritt in die richtige Richtung. Doch die Bahn müsse vor allem zuverlässiger werden. Die Akzeptanz der neuen Züge hänge auch vom Platz für schweres Gepäck ab.

Bis 2030 sollen alle alten Intercitys durch neue Doppelstock-Züge abgelöst werden. Im kommenden Jahr sollen die neuen ICE-3 einsatzfähig sein, Ende 2017 auch die ersten der 130 ICx.

Auch bei den ICEs erweitert die Bahn das Angebot: Auf wichtigen Routen sollen sie bald zweimal stündlich fahren. Die Bahn schaffe so quasi eine superschnelle S-Bahn zwischen den Metropolen, sagte Homburg. Auf mehreren Verbindungen werden statt Intercitys künftig ICEs eingesetzt.

Beim Service will die Bahn mit Fernbussen und Fliegern gleichziehen und - zumindest im ICE - kostenloses Drahtlos-Internet anbieten. Zusätzlich gibt es Entertainment-Angebot mit Filmen und Spielen. In allen Fernverkehrszügen sind Reservierungen künftig kostenlos.

Auch an den Preisen wird gedreht: Für Intercitys soll es im kommenden Jahr Sparpreise ab 19 Euro geben, die Reisende auch noch kurz vor Abfahrt kaufen können. Das Kernnetz werde nicht teurer, betonte Homburg. Es werde nur einen günstigeren Einstieg geben.

Mit den Fernbussen könne die Bahn preislich trotzdem nicht konkurrieren. "Wer ausschließlich preisorientiert entscheidet, wird immer im Fernbus die günstigere Alternative finden." Die Bahncard-Familie bleibt erhalten, wird aber um eine Variante mit dreimonatiger Laufzeit erweitert.

Änderungen im Fernverkehr

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