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Technisches Gerät vom Chef auch zuhause nutzen – diese Vereinbarung zahlt sich aus, wenn der Firmen-Laptop weiter im Besitz der Firma bleibt. Verschenkt der Chef ein Gerät, sind Steuern fällig.

Mehr Netto beim Lohn: Extras statt Gehaltserhöhung

München - Laptop, Handy und Rückenschule vom Chef. Krippe und Tanken auf Firmenkosten. Mit Sachbezügen fahren Arbeitnehmer und -geber gut. Einfallsreichtum bei Gehaltsverhandlungen lohnt sich. Wir zeigen Wege zu mehr Netto beim Lohn.

In Zeiten von Kurzarbeit und Jobabbau können die meisten Arbeitnehmer von einer Gehaltserhöhung nur träumen. Viele müssen seit Jahren schon mit sinkenden Reallöhnen auskommen. Der Kampf um eine Lohnaufbesserung von ein paar hundert Euro im Jahr rentiert sich sowieso kaum. Nach Abzug von Sozialabgaben und Steuern bleibt am Ende nicht mehr viel übrig vom schönen Gehaltsplus.

Mehr Netto ist mittels eines einfachen Kniffs dennoch möglich: Steuerfachleute empfehlen, den Chef ganz einfach um geldwerte Extras zu bitten.

Dazu gehören beispielsweise Zuschüsse für Arbeitsweg, Kindergarten, Mittagstisch, Nichtraucher-Kurs oder Firmen-Laptop daheim. Besser zu verhandeln ist das allemal, und auch der Boss erspart sich auf diesem Weg Abgaben. Eine Lohnerhöhung von 100 Euro kostet ihn nämlich 121 Euro (inklusive Sozialbeiträgen), beim Arbeitnehmer kommen aber nur 59 Euro an, wie Wirtschaftswissenschaftler der Universität Bremen erklären. „Einfallsreichtum lohnt sich für beide Seiten“, sagt Markus Deutsch vom Deutschen Steuerberaterverband.

Das gilt auch bei einem Firmenwechsel. Können sich beide Seiten vertraglich nicht über die letzten Euro Gehalt einigen, können solche Extras Brücken bauen. „Ein Herz fassen, zum Chef gehen und Vorschläge machen“, rät auch Erich Nöll vom Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine (BDL).

Fahrtkostenzuschuss

Über den regulären Lohn hinaus dürfen Beschäftigte auch Sachbezüge bekommen. Pro Monat und Mitarbeiter darf der Chef beispielsweise Tankbons oder Benzingutscheine im Wert von maximal 44 Euro ausgeben. Bis zu diesem Betrag entfallen Lohnsteuer und Sozialabgaben. Das ist bares Geld wert.

Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, kann zudem um ein Jobticket bitten. Auch das kann bis 44 Euro im Monat steuerfrei kassiert werden.

Kindergarten

Richtig viel Entlastung ist drin, wenn der Arbeitgeber die Kinderbetreuung sponsert. Erhält ein junger Vater oder eine junge Mutter einen monatlichen Krippenzuschuss von 150 Euro, kann er oder sie davon 1:1 profitieren. Von einer Gehaltserhöhung um diesen Betrag blieben gerade mal knapp 70 Euro übrig. Kindergarten- oder Krippenzuschüsse sind abgabenfrei bis zu der Summe, die die Kindereinrichtung als Beitrag verlangt. Auch Hortgebühren oder das Honorar für eine Tagesmutter können vom Chef gesponsert werden.

Mittagstisch

Unternehmen können sich auch an den Verpflegungskosten ihrer Mitarbeiter beteiligen, wenn es keine Kantine gibt. Und zwar mit Hilfe von Restaurantgutscheinen oder Essenschecks, die bei bestimmten Anbietern, Lieferanten oder auch Supermärkten eingelöst werden können. Bons bis zu 5,90 Euro pro Arbeitstag bleiben abgabenfrei, so der BDL. Klingt erst einmal wenig, macht aber über Wochen betrachtet doch viel aus. Allein mit diesem Extra kann ein Mitarbeiter monatlich über 100 Euro abgabenfrei dazuverdienen.

Handy und PC

Außen vor bleibt das Finanzamt auch, wenn die Firma einem Mitarbeiter technisches Gerät wie einen Computer, einen Laptop, Telefon, Handy oder Fax für die Nutzung daheim leiht - inklusive Verbindungs- und Grundgebühren. Die Geräte dürfen auch ausschließlich privat gebraucht werden, ohne dass Steuer und Sozialabgaben anfallen. Voraussetzung: Die Firma ist der Eigentümer oder Mieter (bei Leasing). Verschenkt der Chef ein Gerät, will der Fiskus dagegen Steuern sehen.

Gesundheit

Die Firma darf einen Mitarbeiter auch bei Kursen und Trainings finanziell unterstützen, insofern die Maßnahmen seinen Gesundheitszustand verbessern. Dazu gehören Sportkurse als Ausgleich für Bewegungsmuffel, Wirbelsäulen-Übungen, Anti-Stress- oder Burn-out-Trainingseinheiten, Entspannungs- und Nichtraucher-Kurse, aber auch etwa Lehrgänge rund um die gesunde Ernährung. Pro Mitarbeiter sind dafür jährlich bis zu 500 Euro abgabenfrei drin. Mitgliedschaften bei Sportvereinen und Fitnessstudios sind allerdings ausgenommen.

Von Berrit Gräber

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