Mehr Rechte für Bahn-Kunden

- Frankfurt - Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast will die Rechte von Bahn-Kunden verbessern. Die Stärkung des Verbraucherschutzes bei Verspätungen gehöre sogar ins Bürgerliche Gesetzbuch, forderte die Grünen-Politikerin. Zugleich schwärmte sie von einer Mobilitätskarte als "Fortbewegungsmittel der Zukunft". Der Verkehrswissenschaftler Gottfried Ilgmann unterstellte der Deutschen Bahn derweil Drohung und Erpressung.

<P>Künast erklärte zur Stärkung der Verbraucherrechte in der "Welt am Sonntag": "Wir wollen, dass künftig jeder die zeitlich und preislich günstigste Verbindung erfahren und buchen kann. Dazu gehört auch die Auskunft über private Konkurrenzbahnen. Es gibt von der Bahn auch Signale zur Stärkung der Rechte von Kunden im Falle von Verspätung. Die Grundsätze gehören eigentlich ins Bürgerliche Gesetzbuch." Aus den Geschäftsverbindungen müsse "rechtsverbindlich hervorgehen, welchen Anspruch die Bahnkunden im Falle von Verspätung oder Zugausfall haben, wie hoch die Ersatzleistung in welchem Fall in Euro und Cent beträgt", forderte die Ministerin. <BR><BR>Parallel laufe schon die Diskussion für den grenzüberschreitenden Bahnverkehr auf EU-Ebene: "Das soll dann natürlich zusammenpassen." Zu der Mobilitätskarte, mit der man von Haustür zu Haustür sämtliche öffentlichen Verkehrsmittel benutzen könne, sagte Künast: "Von der nächstgelegenen Omnibus- oder S-Bahn-Station bis zum wirklichen Zielort gibt es dann nur noch ein Ticket mit allen Umsteigemöglichkeiten. Das wird für Dienst- und Privatreisen das Fortbewegungsmittel der Zukunft." Nach den Vorstellungen des Ministeriums soll es diese Mobilitätskarte in fünf bis zehn Jahren geben. <BR><BR>Der Verkehrswissenschaftler Ilgmann wirft der Bahn in einem Gutachten für den Bahn-Konkurrenten Connex "Lockung, Drohung oder gar Erpressung" vor, wie der "Spiegel" berichtete. Connex versucht demnach vor dem Oberlandesgericht Brandenburg, einen langjährigen Verkehrsvertrag zwischen dem Land Brandenburg und der Bahn rückgängig zu machen. Bahn-Sprecher Dieter Hünerkoch sprach von immer groteskeren Pamphleten Ilgmanns. Eine Stellungnahme lehnte er mit dem Hinweis ab, man denke nicht daran, auf "solchen Unsinn einzugehen". </P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

VW wendet Abgas-Prozess in den USA ab
Fairfax (dpa) - Volkswagen hat auf den letzten Drücker den ersten US-Gerichtsprozess im "Dieselgate"-Skandal verhindert. Der Rechtsstreit mit einem Jetta-Besitzer, der …
VW wendet Abgas-Prozess in den USA ab
DGB-Chef fordert mehr Schutz und Respekt für Betriebsräte
In den kommenden Wochen werden in vielen deutschen Betrieben neue Betriebsräte gewählt. Nach Ansicht der Gewerkschaften sind sie gerade wegen der Digitalisierung …
DGB-Chef fordert mehr Schutz und Respekt für Betriebsräte
WTO-Chef: Handelskriege können "jederzeit passieren"
Erst US-Strafzölle, dann Proteste aus China und anderen Ländern: Die Stimmung könne sich hochschaukeln, warnt WTO-Chef Azevêdo. Mehr statt weniger Globalisierung ist …
WTO-Chef: Handelskriege können "jederzeit passieren"
BMW spielte falsche Abgas-Software auf 5er und 7er auf
München/Flensburg (dpa) - BMW hat 11.700 Dieselautos mit einer falschen Abgas-Software ausgestattet. Das Programm sei für die SUV-Modelle X5 und X6 entwickelt worden, …
BMW spielte falsche Abgas-Software auf 5er und 7er auf

Kommentare