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Die Zahl der Menschen in normalen Arbeitsverhältnissen erhöhte sich um 504 000 auf 24,2 Millionen.

Aber mehr Arbeitslose im August

Mehr reguläre Jobs in Deutschland

Wiesbaden - Monatelang standen sie beim Personal auf der Bremse - jetzt scheinen Unternehmen wieder mehr Mitarbeiter einzustellen. Die gute Nachricht: Es gibt mehr reguläre Jobs.

Der wachsende Konjunkturoptimismus in vielen Chefetagen sorgt inzwischen auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt für erste Lichtblicke. Nach monatelangem Zögern stellten Unternehmen wieder mehr Mitarbeiter ein, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch in Nürnberg unter Berufung auf ihren Stellenindex BA-X. Vor allem Fachkräfte sind gesucht, das machte sich bereits im vergangenen Jahr bemerkbar: Die Zahl der regulären Jobs stieg, die atypische Beschäftigung, zu der befristete Stellen oder Minijobs zählen, sank.

Die Zahl der offenen Stellen habe sich im August weiter stabilisiert und pendele sich nun auf einem etwas niedrigeren Niveau als zur Jahreswende 2012 ein, erläuterte die BA. Damals war der BA-X auf Rekordniveau geklettert.

Zu der positiveren Entwicklung trage auch die verbesserte wirtschaftliche Situation in der Eurozone bei, betont die Bundesagentur. Der Stellenindex verharrte im August bei 148 Punkten; damit liegt er aber immer noch um 15 Punkten unter dem Wert vom Vorjahr. Jede dritte freie Stelle hätten Zeitarbeitsunternehmen gemeldet. Freie Stellen gebe es auch im Groß- und Einzelhandel, in Bauinstallationsbetrieben, in der Gastronomie, im öffentlichen Dienst, bei Gebäudereinigern sowie im Gesundheits- und Sozialwesen.

Offizielle Zahlen gibt's am Donnerstag

Der Ifo-Geschäftsklimaindex hatte sich im August den vierten Monat in Folge verbessert. Experten erwarten, dass die deutsche Wirtschaft nun einen Gang höher schaltet. Bis die gute Stimmung in der Wirtschaft auf dem deutschen Arbeitsmarkt ankommt, dürfte es aber noch etwas dauern.

Mit einem stärkeren saisonbereinigten Rückgang der Erwerbslosenzahlen sei frühestens zum Jahresende zu rechnen, prognostizierten Volkswirte deutscher Großbanken und Konjunkturforscher in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Einige Fachleute rechnen sogar erst im Laufe des kommenden Jahres mit einer durchgreifenden Besserung.

Im August waren nach Berechnung der Volkswirte 2,932 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit; dies wären rund 20 000 mehr als im Juli und knapp 30 000 mehr als vor einem Jahr. Lediglich die DZ-Bank geht für den August von einem leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit um rund 6000 aus. Für gewöhnlich steigt die Zahl der Arbeitslosen im August nur um 5000 bis 10 000. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen für August will die Bundesagentur an diesem Donnerstag bekanntgeben.

Zahl der "atypisch" Beschäftigten gesunken

Hauptursache für den Anstieg der August-Arbeitslosigkeit sind nach Einschätzung der Experten die Werksferien in vielen deutschen Unternehmen; dadurch stellten viele Personalchefs die Anstellung neuer Arbeitskräfte zurück. Auch meldeten sich im Sommer viele junge Leute nach Abschluss ihrer Berufs- oder Schulausbildung zunächst arbeitslos.

Im vergangenen Jahr entstanden am deutschen Arbeitsmarkt mehr als eine halbe Million zusätzliche reguläre Jobs. Die Zahl der „atypisch“ Beschäftigten - Minijobber, Zeitarbeiter, befristet Eingestellte oder Teilzeitbeschäftigte mit bis zu 20 Wochenstunden - sank im Vergleich zum Vorjahr dagegen um 146 000 auf 7,89 Millionen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. In regulären Arbeitsverhältnissen waren 24,2 Millionen Menschen beschäftigt, das waren 504 000 mehr als im Jahr zuvor. Nach Angaben der Statistiker ist erstmals seit 1991 bei steigender Erwerbstätigkeit die Zahl „atypischer“ Jobs gesunken.

„Der Arbeitsmarkt ist enger geworden für Unternehmen“, sagte Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB). In vielen Bereichen sei es für Firmen schwieriger geworden, Fachkräfte zu finden. Mittlerweile würden mehr befristet Beschäftigte übernommen. Der starke Anstieg der „atypischen“ Beschäftigung in der ersten Zeit nach den rot-grünen Arbeitsmarktreformen der „Agenda 2010“ sei seit zwei bis drei Jahren zum Erliegen gekommen.

dpa

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