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Schon im Studium an die Rente denken – das ist nicht jedermanns Sache. Doch es würde sich lohnen. Nachdem Studienzeiten nicht mehr angerechnet werden, kann ein Nebenjob die Lücke auf dem Rentenkonto füllen.

Tipps für die Altersvorsorge

Wie man mehr aus der Rente macht

München - Die gesetzliche Rentenversicherung ist die Grundversorgung für die meisten Arbeitnehmer. Das Gesetz regelt die Ansprüche bis ins Detail. Wir geben Tipps, wie man im Alter mehr Geld auf dem Konto hat.  

Die gesetzliche Regelung bedeutet nämlich nicht unbedingt, dass mit einiger Überlegung am Ende mehr an Rente auf dem Bankkonto landen kann, als es ohne eigenes Zutun der Fall wäre.

In drei Folgen stellen wir Ihnen Beispiele vor.

Minijob

Viele wollen vorübergehend nicht mehr hauptberuflich arbeiten, aber dennoch die Rentenanwartschaften nicht vernachlässigen. Dann sollte man freiwillige Beiträge zahlen: mindestens 84,15 Euro im Monat. Günstiger geht es so: Vielleicht ist es ja eine Alternative, wenn schon nicht mehr hauptberuflich, so doch noch auf Minijob-Basis tätig zu sein. In dem man zum Beispiel 200, 300 oder auch 450 Euro im Monat verdient. Dann zahlt der Arbeitgeber aufs Rentenkonto ein: 15 Prozent des Verdienstes – der Arbeitnehmer selbst braucht nur 3,7 Prozent beizusteuern. Bei einem Verdienst von 200 Euro monatliche wären das 7,40 Euro, bei 450 Euro 16,65. Statt mindestens 84,15 Euro.

Minijob und Studium

Wenn die Tochter oder der Sohn studiert, dann zählen diese Studienzeiten bei der späteren Rente nicht mehr rentensteigernd mit. Das kann sich ändern und doppelt lohnen: ebenfalls durch einen Minijob. Der Nachwuchs verdient Geld – und füllt die durch das Studium programmierte Lücke auf seinem Rentenkonto durch eine Beitragszahlung in Höhe von 3,7 Prozent (wie im ersten Beispiel: maximal 16,65 Euro pro Monat bei 450 Euro Monatsverdienst).

Minijob und Teilrente

Wer bereits eine Erwerbsminderungs- oder eine vorgezogene Altersrente bezieht, dem wird die Lust auf einen Nebenjob von Gesetzeswegen verdorben: Nur bis zu 450 Euro pro Monat sind ohne weiteres erlaubt, sonst sinkt die Frührente – je nach Rentenart – um ein Viertel oder gar um ein Drittel oder noch mehr. Die „erlaubten“ – zum Teil wesentlich höheren – Grenzen (ohne negative Auswirkung auf die Rentenhöhe) stehen im Rentenbescheid. In Euro und Cent. Dafür kommt es unter anderem auf die Verdiensthöhe in den letzten drei Jahren vor dem Rentenbeginn an. Das eröffnet Hinzuverdienst-Chancen schon für „Durchschnittsverdiener“ in Höhe von mehr als 2000 Euro monatlich – je nach dem vorherigen Einkommen und der Bereitschaft, vorübergehend auf einen Teil der Rente zu verzichten. Unterm Strich kommt auf jeden Fall mehr heraus. Trotzdem Vorsicht: Ein zu hoher Verdienst kann den Rententräger zu der Auffassung kommen lassen, es liege gar keine Erwerbsminderung mehr vor. Dann würde die Rente komplett wegfallen – was ja nicht Sinn der Sache sein kann.

Noch einmal Teilrente

Die Kürzung zum Beispiel einer vorzeitigen Altersrente kann die Motivation für eine Beschäftigung, die mehr als 450 Euro im Monat einbringt, naturgemäß beeinträchtigen. Aber zum einen steht ja der erzielte Arbeitsverdienst auf der Habenseite, der den Kürzungsschmerz mindert. Zum anderen sollte nicht übersehen werden: Der Arbeitsverdienst aus einer solchen Nebenbeschäftigung beeinflusst die (vorübergehend teilweise schlummernde) Vollrente, wenn man die Beschäftigung wieder aufgibt. Übersetzt: Man erhält anschließend eine höhere Rente als vor der Nebenbeschäftigung. Was man auf keinen Fall tun sollte: Nur ein wenig mehr als 450 Euro im Monat verdienen. Denn die Rentenkürzung um ein Viertel würde auch schon bei 460 Euro im Monat einsetzen.

Wichtig ist, unbedingt im Rentenbescheid nachzulesen, welche Einkommensgrenzen – ganz individuell – maßgebend sind.

Wolfgang Büser / Maik Heitmann

In der nächsten Folge lesen Sie über : Rente mit 63; jung und arbeitslos und die Mütterrente.

Fragen zu den Themen der Renten-Serie beantworten wir im einem vierten Teil. Schreiben Sie an die Redaktion Geld & Markt, 80282 München oder per E-Mail an geldundmarkt@merkur.de.

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