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Carsten Kengeter übernahm Anfang Juni den Chefposten bei der Deutschen Börse AG. Foto: Arne Dedert

Mehr Tempo bei der Deutschen Börse: Neue Wachstumsziele

Mit der Deutschen Börse hat der neue Chef Großes vor. Die Ziele des Finanzmarkt-Betreibers schraubt Carsten Kengeter deutlich nach oben. Doch es gibt auch Risiken für den früheren Investmentbanker.

Eschborn (dpa) - Der neue Chef der Deutschen Börse, Carsten Kengeter, drückt mächtig aufs Gas: Keine zwei Monate nach seinem Amtsantritt setzte der Manager dem Konzern neue Wachstumsziele.

Pro Jahr sollen die Nettoerlöse nun um fünf bis zehn Prozent steigen, der operative Gewinn (Ebit) und der Überschuss um zehn bis 15 Prozent pro Jahr zulegen. Zuvor hatte Kengeter bereits zwei Übernahmen für zusammen mehr als 1,3 Milliarden Euro angekündigt.

Rückenwind bekommt der frühere oberste Investmentbanker der schweizerischen Großbank UBS vom kräftig anziehenden Handelsgeschehen an den Finanzmärkten. Wegen der neuen Unsicherheiten etwa angesichts des griechischen Schuldendramas und der Sorgen um die Wirtschaftsentwicklung in China müssen Anleger wieder mehr in ihren Depots umschichten. Das beflügelt die Geschäfte der Deutschen Börse. So stiegen im zweiten Quartal die Nettoerlöse um 19 Prozent auf 583,1 Millionen Euro.

Der Betriebsgewinn legte bereinigt um Einmalkosten um 18 Prozent auf 287,1 Millionen Euro zu. Unter dem Strich blieb noch ein Plus von knapp zehn Prozent auf 175,1 Millionen Euro übrig. Dabei belasteten höhere Sonderkosten für die laufenden Sparprogramme und die angekündigten Übernahmen. Unter dem Motto "Accelerate" (Beschleunigen) will Kengeter nach eigenen Angaben den Konzern agiler, effektiver und ambitionierter machen.

Mit seinen ehrgeizigen Aussagen hebt sich der neue Chef deutlich vom Vorgänger Reto Francioni ab, bei dem nach der 2012 gescheiterten Übernahme der New Yorker Börse NYSE viele Beobachter größere Wachstumsambitionen vermisst hatten. Kengeter war Anfang Juni an die Spitze der Deutschen Börse gerückt.

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