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Volle Straßen – weil in München im Vergleich zu anderen Landkreisen besonders viele Autos unterwegs sind, liegt auch die Unfallrate höher.

Mehr Unfälle: Teure Haftpflicht in Bayern

München - Bayern steht ganz oben: Das gilt bei den schönen Tabellen - bei Jobs oder Kaufkraft zum Beispiel. Einen Spitzenplatz erreicht der Freistaat aber auch beim aktuellen Unfall-Atlas.

In Bayern geschehen die meisten und schlimmsten Unfälle in der Republik - und damit liegen auch die Versicherungsbeiträge für die Haftpflicht weit oben.

Bayerische Autofahrer müssen am tiefsten in die Tasche greifen, wenn es darum geht, das Fahrzeug zu versichern. Die aktuelle Regionalstatistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zeigt: Sechs der zehn gefährlichsten Zulassungsbezirke Deutschlands liegen im Freistaat - die schlimmsten fünf erreichen sogar die höchste Regionalklasse 12. Dieser Wert errechnet sich aus der Schadensbilanz der Autofahrer einer Region und schlägt sich in der Kfz-Versicherung nieder. Darum liegen die Beiträge in Bayern höher als im Rest der Republik.

In Kaufbeuren hat sich die Lage erneut verschlechtert: Die Stadt darf als Deutschlands gefährlichstes Pflaster für Autofahrer gelten. Sie liegt nicht nur in der höchsten Regionalklasse, sondern kommt sogar auf einen Index-Wert von 140,5 - das bedeutet, dass die Schadensbilanz um 40,5 Prozent schlechter ausfällt als im bundesweiten Vergleich.

Auch in München liegt der Wert heuer höher als im Vorjahr - fast 20 Prozent über dem Schnitt. Das muss aber nicht unbedingt heißen, dass hier die schlechtesten Lenker unterwegs sind: Denn die Zahl und Schwere von Unfällen hängt nicht nur mit dem Können der Fahrer, sondern auch mit Zahl und Dichte der Autos sowie mit dem Wetter zusammen. Auf schneebedeckten Straßen kracht es häufiger, und in der Stadt passieren schneller Unfälle als auf leeren Landstraßen.

Kein Wunder also, dass im bayernweiten Vergleich die Regionen Lichtenfels, Haßberge und Kronach am besten abschneiden. In Haßberge sank der Index gar um mehr als sechs Punkte, die Regionalklasse verringerte sich von fünf auf zwei - hier werden weniger Beiträge fällig. Für 70 Prozent der Versicherten ändert sich allerdings nichts. Wie so oft, denn die Regionalklassen-Statistik der deutschen Versicherungswirtschaft zeichnet seit Jahren ein konstantes Bild.

Bundesweit dürfen die Straßen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern als die sichersten gelten - auch dank vieler gut ausgebauter Strecken. GDV-Chef Jörg von Fürstenwerth sagt: „Eine deutlich verbesserte Verkehrsinfrastruktur macht sich eben bezahlt.“

David Costanzo

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