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Standard & Poor's droht mit der Herabstufung mehrerer Euroländer.

Frankreich und Österreich vor Abstufung

Frankfurt/Main - Die Macht der Ratingagenturen bleibt auch im Jahr 2012 hoch. Gerüchten zufolge, sollen Österreich und Frankreich vor der Abstufung stehen. Ist Deutschland auch in Gefahr?

Frankreich und Österreich stehen nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa vor einer Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit. Entsprechende Gerüchte über eine Abstrafung durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) wurden am Freitag in Finanzkreisen bestätigt. Damit würden beide Euroländer ihre Topnote „AAA“ verlieren. Welche weiteren Euroländer möglicherweise betroffen sind, wurde nicht bekannt. Deutschland soll allerdings nicht gefährdet sein.

Die Herabstufung Frankreichs, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone, hätte gravierende Auswirkungen auf die Rettungsbemühungen in der Schuldenkrise. Auch Spanien, Italien, Belgien und Portugal sollen abgestraft werden, hieß es am Markt. Ein schlechtere Kreditwürdigkeit bedeutet, dass die Staaten schwerer an frisches Geld herankommen oder höhere Zinsen zahlen müssen.

Standard & Poor's und das französische Wirtschaftsministerium verweigerten jeglichen Kommentar zu den Gerüchten. Der Nachbarstaat steht wegen seines hohen Staatsdefizits seit Monaten unter erheblichem Druck der Märkte. Angesichts der sich eintrübenden Wirtschaftslage musste die Regierung innerhalb weniger Monate zwei Sparprogramme ankündigen, um die Ziele beim Schuldenabbau einhalten zu können.

Auch das „Wall Street Journal“ berichtete am Freitag von der möglichen Abstufung durch S&P. Die Zeitung zitierte einen Regierungsmitarbeiter, dass eine entsprechende Ankündigung unter Europas Regierungen kursiere. Die Ratingagenturen sind verpflichtet, Änderungen bei der Kreditwürdigkeit den Staatsspitzen zuvor mitzuteilen.

Die offizielle Bekanntgabe könnte am Abend erfolgen. Wahrscheinlich ist, dass S&P den Börsenschluss mindestens in Europa abwartet, um den Märkten über das Wochenende Zeit zu geben, sich wieder zu beruhigen.

S&P hatte bereits vor einem Monat vor einer möglichen Abstufung zahlreicher Eurostaaten gewarnt und in der Schuldenkrise ein entschlossenes Durchgreifen der Staats- und Regierungschefs gefordert. Nun stelle sich die Frage, in welchem Ausmaß welche Länder betroffen seien und ob eventuell auch der Rettungsfonds EFSF seine Top-Bonität verliere, erklärten Börsenhändler.

Frankreich hat zugesagt, das Defizit bis 2013 auf 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu drücken. 2010 lag es bei 7 Prozent. Für das vergangenen Jahr liegt es nach jüngsten Regierungsangaben bei knapp unter 5,7 Prozent. Auch die Ratingagentur Moody's warnte bereits mehrmals vor einer Herabstufung Frankreichs. Sie rechnete zuletzt vor, dass die steigenden Refinanzierungskosten des Staates den dringend notwendigen Defizitabbau weiter erschweren könnten.

dpa

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