+
Das neue Vergütungssystem bei ProSiebenSat.1 gilt als undurchsichtig. Foto: Sven Hoppe

Missbilligung von Aktionären

Mehrheit gegen ProSiebenSat.1-Vorstandsbezüge

Zu undurchsichtig und zu hoch - die Gehälter der Manager von ProSiebenSat.1 kommen nach dem Willen der Aktionäre auf den Prüfstand.

München (dpa) - Die Aktionäre des Fernsehkonzerns ProSiebenSat.1 haben die Bezahlung der Vorstände mit Zwei-Dittel-Mehrheit missbilligt. Die Hauptversammlung folgte der Kritik von Investoren-Beratern, die das neue Vergütungssystem als undurchsichtig ansehen.

Daniela Bergdolt, Vizepräsidentin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), hatte darüber hinaus kritisiert, die neue Vergütung mit riesigen Erfolgsprämien sei "schlicht zu hoch." Im vergangenen Jahr hatte Vorstandschef Thomas Ebeling nach dem alten Vergütungssystem 3,6 Millionen Euro erhalten, plus Pensionsansprüche.

Eine Sprecherin sagte, der Beschluss der Hauptversammlung sei rechtlich nicht bindend, aber der Aufsichtsrat werde sich das Vergütungssystem jetzt noch einmal anschauen.

Ebeling versprach den Aktionären durch die enge Verzahnung von Fernsehwerbung mit seinen Internetshops und Online-Portalen steigende Gewinne. "Wir sind wetterfest aufgestellt", versicherte er den wegen sinkender Aktienkurse verunsicherten Aktionären in München.

Bergdolt zeigte sich jedoch skeptisch: "Umsatz und Ergebnis sind gut, aber die Story scheint nicht ausreichend zu verfangen", sagte sie. Das Onlinegeschäft wachse stark, aber die Gewinnmarge sei gering.

Ebeling stellte klar, ProSiebenSat.1 sei in erster Linie immer noch ein Fernsehkonzern, "Fernsehen hat die höchste Profitabilität". Er nutze freie Werbezeiten, um eigene Onlineportale zu bewerben. Das bringe nicht nur zusätzliche Gewinne, sondern ermögliche durch die Kombination der Daten aus beiden Sparten viel zielgenauere, effektivere Werbung. "Wir wollen diese Strategie fortführen."

Mit einer Kapitalerhöhung hatte sich ProSiebenSat.1 im Herbst eine halbe Milliarde Euro für weitere Zukäufe verschafft. Die Aktie hat seit der Aufnahme in den Dax vor einem Jahr zwölf Prozent an Wert eingebüßt.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Geldwäsche in Deutschland? Zoll ertrinkt in Hinweisen
Immer häufiger werden dem Zoll Hinweise auf Geldwäsche gemeldet. Offenbar bleibt aber viel Arbeit liegen. Die Regierung beschwichtigt dennoch.
Geldwäsche in Deutschland? Zoll ertrinkt in Hinweisen
Easyjet darf Air Berlin-Teile endgültig übernehmen
Fast vier Monate nach der Insolvenz von Air Berlin ist nun endgültig klar: ein Teil geht an Easyjet. Bei den größten Teilen gibt es aber nach wie vor keine Klarheit.
Easyjet darf Air Berlin-Teile endgültig übernehmen
Dax lässt sich von Wall Street mitziehen
Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich am Dienstag vor wichtigen geldpolitischen Entscheidungen letztlich doch noch aus der Deckung …
Dax lässt sich von Wall Street mitziehen
Ryanair-Piloten wollen streiken - Airline lehnt Gespräche ab
Beim Billigflieger Ryanair wurde noch nie gestreikt. Das soll sich nach dem Willen mehrerer europäischer Pilotengewerkschaften noch in diesem Jahr ändern. Auch in …
Ryanair-Piloten wollen streiken - Airline lehnt Gespräche ab

Kommentare