Mehrwertsteuer dämpft die Laune in der Wirtschaft

Stimmungsbarometer - München -­ Die Erhöhung der Mehrwertsteuer hat den monatelangen Stimmungs-Höhenflug in der deutschen Wirtschaft vorerst gestoppt. Die Einkaufslust der Verbraucher nahm im Januar deutlich ab, wie aus dem Konsumklima-Index hervorgeht, der von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg erhoben wird.

Das monatlich erhobene Barometer brach von 8,5 auf 4,8 Punkte ein. Zugleich beurteilten die Unternehmer im ersten Monat des Jahres ihre Lage schlechter als noch im Dezember: Der Geschäftsklimaindex des Münchner Ifo-Instituts gab von 108,7 auf 107,9 Punkte nach.

Konjunkturexperten nahmen die Dämpfer allerdings gelassen. "Sie sind im Wesentlichen auf die höhere Mehrwertsteuer zurückzuführen und kommen somit nicht überraschend", sagte Wolfgang Franz, Mitglied im wirtschaftlichen Sachverständigenrat auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Konjunktur sei nach wie vor robust. Es gibt nach seinen Worten auch keinen Anlass, deswegen von der Wachstumsprognose für 2007 (+ 1,8 Prozent) abzuweichen. Ähnliches teilte das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin mit.

GfK-Experte Rolf Bürkl sprach von einem "Steuerschock" zum Jahresanfang, der den Konsum-Index so stark einbrechen ließ wie noch nie zuvor seit 1980. Viele Konsumenten seien verunsichert gewesen, inwieweit sich die höhere Mehrwertsteuer in den Preisen niederschlägt, sagte Bürkl. Er äußerte sich aber zuversichtlich, dass sich die Laune der Käufer wieder bessert. Die GfK hält an ihrer Prognose fest, dass der private Verbrauch 2007 um ein halbes Prozent zulegt.

Auch Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn zeigte sich optimistisch. Nach einem leichten Dämpfer werde die Konjunktur "im Laufe der nächsten Monate wieder Fahrt aufnehmen", sagte Sinn. So verschlechterten sich zwar die Einschätzungen der Firmen zur gegenwärtigen Geschäftslage erstmals seit Juli 2006 wieder. Für die Zukunft sind die 7000 befragten Unternehmen allerdings optimistischer als noch am Ende des vergangenen Jahres.

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