Für die meisten gibt es heuer keine Einschnitte beim Weihnachtsgeld

- München - Alle Jahre wieder gibt es für die meisten Arbeitnehmer Weihnachtsgeld. Viele Unternehmen wollen das "13. Monatsgehalt" zusammenstreichen. Sie begründen das mit ihrer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Manche Arbeitgeber, zum Beispiel bei nicht tarifgebundenen Dienstleistern, zahlen überhaupt kein Weihnachtsgeld (mehr). Eine Umfrage unter Münchner Betrieben und Verbänden ergab allerdings, dass die meisten Menschen heuer nicht weniger als im Vorjahr bekommen.

<P>Privates Bankgewerbe</P><P>Private Banken zahlen 100 Prozent eines Monatslohnes als tarifliche Sonderzahlung. Diese kann über das Jahr verteilt gezahlt werden, in der Summe muss nur ein 13. Monatsgehalt herauskommen, erklärt Heinz-Dieter Sauer, Geschäftsführer beim Arbeitgeberverband der privaten Banken. Einige Banken zahlen auch mehr. Nach dem soeben verabschiedeten Tarifvertrag könne die Sonderzahlung im Härtefall ausgesetzt werden. Die einzelnen Banken können die Sonderzahlung je nach ihrer Ertragslage zwischen 92 und 116 Prozent variieren. 2005 liegt diese Spanne zwischen 91 und 118 Prozent. Ziel seien 90 bis 120 Prozent. Die etwa 70 privaten Banken in Bayern beschäftigen 32 000 Menschen.</P><P>Metallberufe</P><P>Die mit 730 000 Beschäftigten größte Branche in Bayern unterliegt zu drei Viertel dem Tarifvertrag der IG Metall Bayern. Dieser sieht nach 36 Monaten Betriebszugehörigkeit ein Weihnachtsgeld in Höhe von 55 Prozent eines Monatslohnes vor. Nach sechs Monaten im Betrieb gibt es 25 Prozent, nach 12 Monaten 35 Prozent und nach 24 Monaten 45 Prozent. Die meisten Mitarbeiter von Siemens, MAN und Infineon dürfen sich auf diese durchschnittlich 55 Prozent eines Monatsgehaltes vor Heiligabend freuen. Um Arbeitsplätze zu retten, können Betriebsrat und Arbeitgeber eine Senkung des Weihnachtsgeldes vereinbaren; Gewerkschaft und Arbeitgeberverband müssen dem zustimmen.</P><P>Öffentlicher Dienst</P><P>Sowohl die 17 000 nach Tarif beschäftigten Arbeiter und Angestellten der Stadt München wie auch die zirka 50 000 Beschäftigten der Sparkassen in Bayern erhalten vertragsgemäß 82,14 Prozent als Weihnachtsgeld. Die Tarifverträge für den kommunalen Bereich sind bisher nicht gekündigt worden, teilte die Stadt München mit.</P><P>Bayerische Beamte</P><P>Die Beamten des Freistaates bekommen die Sparbemühungen ihres Dienstherren zu spüren. Sie erhalten ab dem 1. Januar 2004 statt der bisherigen 84,29 Prozent "Jahressonderzuwendung" nur noch 70 bzw. ab Besoldungsgruppe A 12 nur noch 65 Prozent Weihnachtsgeld, das jetzt "Sonderzahlung" genannt wird. Das Urlaubsgeld im Juli wurde gestrichen. Dafür wird die Sonderzahlung im Dezember um 100 Euro erhöht.</P><P>Gastgewerbe</P><P>Hoteliers und Gastwirte zahlen ihren Beschäftigten 50 Prozent eines Tariflohns zu Weihnachten. Der mit der Gewerkschaft "Nahrungsmittel Genuss Gaststätten" ausgehandelte Flächentarifvertrag endet dieses Jahr. Was nächstes Jahr vereinbart wird, sei noch offen, teilte der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband mit. Die Arbeitgeber streben auf jeden Fall eine Härtefallregelung für notleidende Betriebe an. Vielerorts, besonders in München, zahlten Betriebe des Gastgewerbes auch über Tarif. </P><P>Über Tarif</P><P>Wer kann, der kann: BMW-Mitarbeiter erhalten im November ein volles Monatsgehalt als Weihnachtsgeld, nach sechs Jahren Betriebszugehörigkeit sogar 120 Prozent. Dazu noch volles Urlaubsgeld und üppige Erfolgsprämien.</P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bayer sagt Trump Milliardeninvestitionen in den USA zu
Leverkusen/New York - Bayer und Monsanto wollen den künftigen US-Präsidenten Donald Trump mit Investitionen und US-Arbeitsplätzen von ihrer Fusion überzeugen.
Bayer sagt Trump Milliardeninvestitionen in den USA zu
Bis zu 90 Prozent: Deutsche Bank will Boni kürzen
Frankfurt/Main - Die Deutsche Bank könnte Medienberichten zufolge schon bald drastische Einschnitte bei den Boni ihrer Mitarbeiter verkünden.
Bis zu 90 Prozent: Deutsche Bank will Boni kürzen
Experte erklärt: So teuer kommt uns der Brexit
London - Theresa May kündigte am Dienstag den klaren Bruch mit der EU an. In unserer Zeitung erklärt der Präsident des Münchner ifo-Instituts, Clemens Fuest, wie teuer …
Experte erklärt: So teuer kommt uns der Brexit
Großkonzerne wollen Plastik reduzieren
New York - Bis 2050 wird einer Studie zufolge mehr Plastikmüll in den Weltmeeren schwimmen als Fische - wenn nicht schnell gehandelt wird. Genau das tun jetzt 40 große …
Großkonzerne wollen Plastik reduzieren

Kommentare