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Etwa ein Drittel aller Siemens-Beschäftigten (im Bild das Generatorenwerk in Erfurt) arbeitet in Deutschland. Hier gibt es insgesamt 69 „wesentliche“ Produktionsstätten. Die Zentrale ist in München.

500 Stellen in München

Siemens: Die meisten Jobs fallen in Bayern weg

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München - Jetzt gibt es endlich eine Zahl: Siemens hat bestätigt, dass im Konzern 7800 Stellen gestrichen werden – 3300 davon in Deutschland. Betroffen sind vor allem die bayerischen Standorte mit ihren Verwaltungsabteilungen.

Fast ein Jahr nachdem Siemens-Chef Joe Kaeser angekündigt hatte, die Organisationsstruktur des Konzerns umzukrempeln, steht nun fest, wie viele Mitarbeiter das neue Konzept ihre Jobs kosten wird. Spekuliert wurde in den vergangenen Monaten viel: Von mindestens 11.600 potenziell betroffenen Stellen war die Rede, wobei stets offen blieb, wie viele davon in anderen Bereichen des Unternehmens weiterarbeiten können. In den vergangenen Tagen sickerten dann erste Zahlen durch, die sich nun annähernd bewahrheitet haben. 7800 Jobs streicht Siemens im Rahmen seines Effizienzprogramms – noch einmal 400 mehr als bislang vermutet worden war. Deutschland ist davon besonders stark betroffen, 3300 der gestrichenen Stellen befinden sich in der Heimat von Siemens.

Welche Standorte genau betroffen sind, will Siemens noch immer nicht bestätigen, aus Unternehmenskreisen war aber zu erfahren, dass vor allem in Bayern heftig gestrichen wird: 900 Jobs fallen in Erlangen, 500 in München und 300 in Nürnberg weg. In Nordrhein-Westfalen werden knapp 300 Stellen gestrichen. Die übrigen 1300 Arbeitsplätze werden über das gesamte Bundesgebiet verteilt abgebaut. Dass Bayern besonders stark von den Kürzungen betroffen ist, liegt daran, dass hier viele Verwaltungsabteilungen angesiedelt sind. Hier will Kaeser Siemens deutlich schlanker und effizienter aufstellen. Eine organisatorische Zwischenebene in der Konzernstruktur wurde ganz gestrichen.

Die IG Metall kritisierte die Abbaupläne. Zwar stelle sich die Gewerkschaft nicht grundsätzlich gegen „die Reduzierung überflüssiger Bürokratie und die Verschlankung unnötig komplizierter Prozesse“, sagte der bayerische IG-Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler. „Wir lehnen es aber entschieden ab, dass eine Umstrukturierung wie so oft mit Personalreduzierungen einhergeht.“

Siemens will die Stellen in Deutschland nun über Abfindungsprogramme, Altersteilzeit und die Fluktuation abbauen. Betriebsbedingte Kündigungen sind per Vereinbarung ausgeschlossen. Deshalb wird der Bürokratieabbau zunächst auch erst mal Geld kosten. In Unternehmenskreisen geht man von einem mittleren bis oberen dreistelligen Millionenbetrag aus. Einsparen will Kaeser nach eigenen Angaben eine Milliarde Euro durch das Verschlankungsprogramm. 400 Millionen Euro davon will der Konzern in den Vertrieb stecken, 300 Millionen Euro in neue Anlagen investieren.

In Unternehemenskreisen betont man, dass von den jetzt bekannt gegebenen Stellenstreichungen nur die Verwaltung, nicht aber die Produktion betroffen sei. Allerdings will Siemens zusätzlich zu den 7800 Stellen in der Verwaltung auch noch 1200 Jobs in der Energie-Sparte abbauen. Diese Pläne hatte der Konzern aber bereits vor einigen Wochen bekanntgegeben. Ausgerechnet der Energie-Bereich gilt in Unternehmenskreisen inzwischen fast schon als „Sanierungsfall“. Und das, obwohl dort immer noch eine Gewinnmarge von elf Prozent erzielt wird. Doch die internationalen Wettbewerber schaffen in diesem Feld bis zu 20 Prozent. Auch technologisch ist der Münchner Konzern bei der Energieerzeugung zurückgefallen.

„Strukturanpassungen“ wie in dieser Sparte seien auch künftig immer wieder einmal möglich, heißt es in Unternehmenskreisen. Das Bürokratieabbauprogramm sei mit der nun verkündeten Streichung von 7800 Stellen aber endgültig abgeschlossen.

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