Meister Proper hungrig: P & C schluckt Gillette

- New York - Meister Proper greift nach Gillette: Der US-Konsumgüterriese Procter & Gamble (P & G) schluckt Gillette für rund 57 Milliarden Dollar (44 Mrd. Euro). Nach dem Zusammenschluss sollen 6000 Stellen gestrichen werden - rund vier Prozent der Gesamtbelegschaft. Wie sich dies auf die deutschen Standorte auswirkt, ist noch nicht bekannt.

P & G kann nach der Übernahme mit einem gemeinsamen Umsatz von 66 Milliarden Dollar seine Position als weltgrößter Konsumgüterkonzern vor Unilever mit einem Jahresumsatz von 48 Milliarden Dollar massiv ausbauen.<BR><BR>Die Transaktion ist für P & G die mit Abstand größte Akquisition der Firmengeschichte. Sie bringt P & G rund zehn Milliarden Dollar mehr Umsatz und Marken wie Gillette-Rasierer, Oral-B-Zahnbürsten, Braun-Elektrogeräte und Duracell. Gillette beschäftigt weltweit fast 30 000 Mitarbeiter und verfügt über 31 Fabriken in 14 Ländern.<BR><BR>Procter & Gamble ist auf dem deutschen Markt durch Marken wie Ariel, Meister Proper, Pampers und Tempo bekannt. Der Konzern hatte erst im vergangenen Jahr den Darmstädter Kosmetikkonzern Wella gekauft. P & G hat weltweit fast 110 000 Beschäftigte.<BR><BR>Die Gillette-Aktionäre sollen 0,975 P & G-Aktien je eigenem Anteil erhalten. Das entspricht einem 18-prozentigen Aufgeld. Die Aktien beider Unternehmen passen nach Darstellung von P & G-Konzernchef A.G. Lafley "hervorragend zusammen". Er wird im Amt bleiben. Gillette-Chef James M. Kilts kommt in den P&G-Verwaltungsrat und wird dort stellvertretender Vorsitzender. <BR><BR>Die Transaktion muss von den Aktionären und den Aufsichtsbehörden genehmigt werden und soll im Herbst über die Bühne gehen. Probleme werden nicht erwartet.<BR><BR>"Der Zusammenschluss lässt die größte Konsumgüterprodukt-Gesellschaft der Welt entstehen", erklärte der US-Multimilliardär Warren Buffett. Er ist mit einem 10-prozentigen Gillette-Anteil größter Anteilseigner. Der zweitreichste Mann der Welt bezeichnete die Transaktion als "Traumgeschäft".<BR><BR>Die Aktien von Konsumgüterherstellern wie Beiersdorf und Henkel reagierten mit Gewinnen. Die Tatsache, dass Procter & Gamble einen Aufschlag auf den Aktienkurs von Gillette bezahle, spreche dafür, dass die Papiere der Branche unterbewertet sein könnten, sagte ein Händler. <BR><BR>"Rasierklingen und Batterien gehörten bislang nicht zum Produktportfolio von Procter & Gamble. Deshalb passt Gillette gut dazu", urteilt Christian Weiz, Analyst der HypoVereinsbank. Der Konzern könne damit bei Einkauf und Vertrieb auf Synergieeffekte hoffen. Die außergewöhnliche Dimension der Fusion sieht der Experte nicht grundsätzlich als problematisch an. "Das ist letztlich immer eine Frage des Managements und der richtigen Kontrolle." Allerdings: "Man sieht eine gewisse Tendenz, dass die letzten extrem großen Akquisitionen nicht immer so gut gelaufen sind, wie man es sich erhofft hatte."<BR>

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