HVB meldet sich zurück in der Gewinnzone

- München - Nach einem Jahr mit tiefroten Zahlen hat die HypoVereinsbank erstmals wieder die Gewinnzone erreicht. Im ersten Quartal sei ein Betriebsergebnis von 111 Millionen Euro erzielt worden, teilte die HVB in München mit. Kosten und Risikovorsorge konnten drastisch gesenkt werden - allerdings gingen zugleich auch die Einnahmen zurück. Für das Gesamtjahr äußerte sich Vorstandschef Dieter Rampl "vorsichtig optimistisch". Die Börse reagierte enttäuscht, der Kurs fiel bis zum Nachmittag deutlich.

<P>Rampl sagte: "Der positive Verlauf des ersten Quartals zeigt, dass der operative Turnaround greift und sich weiter verstetigt." Die Risikovorsorge sei um 20 Prozent, die Verwaltungskosten seien um 12 Prozent gesenkt worden. Von Januar bis März seien 1260 Arbeitsplätze abgebaut worden. Bis Jahresende sollen rund 3000 weitere Stellen wegfallen. </P><P>Analysten zeigten sich allerdings enttäuscht. "Wo ist der Turnaround?", sagte Konrad Becker vom Bankhaus Merck Finck. "Ein sehr wichtiger und negativer Trend ist die Verschlechterung der Einnahmen." Die operativen Erträge sanken im Vergleich zum Vorjahresquartal um acht Prozent auf 2,56 Milliarden Euro. Wegen des Abbaus riskanter Kredite gab der Zinsüberschuss am meisten nach, aber auch der Provisionsüberschuss und sogar das Handelsergebnis schrumpften. Andere Banken hatten wegen der Börsenrallye im ersten Quartal beim Handelsergebnis deutlich zugelegt. Nach Abschreibungen blieb der HypoVereinsbank im ersten Quartal ein Gewinn von 24 Millionen, nach Steuern ein Verlust von 77 Millionen Euro.</P><P>Für das Gesamtjahr bekräftigte die HVB ihre Prognose, nach der sie einen Jahresgewinn von 300 bis 600 Millionen Euro vor Steuern erwartet. Davon abgezogen werden müssen allerdings noch bis zu 460 Millionen Euro für die geplante Abspaltung der Gewerbeimmobilien-Tochter Hypo Real Estate. Die Aktionäre sollen diese Abspaltung auf der heutigen Hauptversammlung absegnen.</P><P>Um ihre gefährlich niedrige Kapitalquote zu erhöhen, will die HVB ein Viertel ihrer österreichischen Tochter Bank Austria an die Börse bringen und die Norisbank verkaufen. Im vergangenen Jahr war das zweitgrößte deutsche Kreditinstitut mit 858 Millionen Euro tief in die roten Zahlen gestürzt.<BR><BR></P>

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