Mercedes: Manager winken ab

- Stuttgart - Der künftige Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche soll noch vor der Automesse IAA im September kommissarisch die Führung der Kernsparte Mercedes übernehmen, während drei prominente Automanager dem Job eine Absage erteilt haben. Anschließend könne Zetsche, der zum Jahreswechsel an die Konzernspitze vorrückt, einen Chef für Mercedes suchen, berichten das "Handelsblatt" und der "Spiegel".

Ein Daimler-Chrysler-Sprecher lehnte einen Kommentar ab. VW-Markenchef Wolfgang Bernhard, GM-Europa-Präsident Carl-Peter Forster und der frühere BMW-Manager und heutige Linde-Chef Wolfgang Reitzle, die alle als mögliche Mercedes-Chefs gehandelt wurden, wiesen ein Interesse zurück.

"Ich bleibe in Wolfsburg. Ich spiele nicht mit dem Gedanken, Volkswagen zu verlassen", schrieb Bernhard in einer E-Mail an VW-Führungskräfte. Als angeblicher Anreiz für eine Rückkehr Bernhards zu seinem früheren Arbeitgeber wurde in Medienberichten unter anderem sein gutes Verhältnis zum künftigen Konzernchef Dieter Zetsche genannt, mit dem zusammen er den US-Autohersteller Chrysler durch eine radikale Sparkur saniert hatte.

Bernhard, damals bereits designierter Chef der Mercedes Car Group, hatte Daimler-Chrysler im Frühjahr 2004 im Streit mit Konzern-Lenker Jürgen Schrempp verlassen. Schrempp hört nun zum Jahreswechsel auf. Der bisherige Mercedes-Chef Eckhard Cordes soll dem Vernehmen nach seinen Rücktritt angeboten haben, nachdem Zetsche zu Schrempps Nachfolger bestimmt wurde.

Auch der frühere Opel-Chef Forster beabsichtigt nicht, das Unternehmen zu verlassen, wie ein Sprecher von General Motors dem "Handelsblatt" sagte. Reitzle sagte dem Blatt: "Gerüchte werden auch durch ständiges Wiederholen nicht wahrer."

In der Affäre um Graumarktgeschäfte im Mercedes-Vertrieb liegen dem "Spiegel" unterdessen Dokumente vor, die angeblich belegen, dass Informationen darüber der Konzernführung bereits vor längerer Zeit zugeleitet worden seien. In einem Bericht vom 7. Juli 2004 beschreibe die Konzernrevision solche Geschäfte mit den Vertretungen in Aserbaidschan, Kirgisien und Usbekistan.

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