Merck vor Aufstieg in die erste Liga

Dax: - Darmstadt - Seit Jahren gilt Merck als Dax-Anwärter - jetzt ist der Aufstieg für den Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern zum Greifen nah. Börsenprofis halten es für ausgemacht, dass dieser in den Index der 30 bedeutendsten deutschen Unternehmen aufrückt und dort Altana ablöst.

"Merck wäre von der Größe her eine vernünftige Ergänzung des Dax", sagt Pharmaspezialist Karl-Heinz Scheunemann von der Privatbank Metzler. Das Familienunternehmen gilt seit seinem Börsengang 1995 an den Märkten als Erfolgsgarant. "Wohl und Wehe der Firma hängen aber nicht davon ab, ob sie im deutschen Leitindex notiert ist oder nicht", betont Scheunemann.

Den Weg in den Dax ebnete sich Merck nach Expertenmeinung durch zielstrebigen Umbau: Die milliardenschwere Übernahme des Schweizer Biotechnologie-Unternehmens Serono verschaffte Merck beim Börsenwert einen kräftigen Sprung nach vorn, die Trennung von der Sparte für günstige Nachahmerpräparate (Generika) goutierte der Markt als strategisch richtigen Schritt.

 Da der Serono-Kauf teils über eine Kapitalerhöhung finanziert wurde, ist seit Beginn des Jahres zudem der Anteil der Merck-Aktien, die frei im Umlauf sind, von 27 auf fast 30 Prozent gestiegen. Damit hält die Merck-Familie über die E. Merck OHG allerdings noch immer einen Anteil von 70 Prozent - und somit die Fäden fest in der Hand. Eine feindliche Übernahme ist damit ausgeschlossen.

Die Kapitalerhöhung ist zugleich ein Grund, warum Merck in den Ranglisten der Deutschen Börse seit Monaten sogar vor der Deutschen Postbank liegt, die sich im vergangenen Herbst quasi in letzter Sekunde an Merck vorbei in den Dax geschoben hatte. Denn entscheidend für die Aufnahme in den Leitindex sind zwei Kriterien: der Wert der handelbaren Aktien und die Handelsumsätze der Papiere. In beiden Fällen rangiert Merck nach den letzten veröffentlichten Index-Ranglisten der Deutschen Börse auf Platz 29 - und gehört damit bereits zu den 30 gewichtigsten börsennotierten deutschen Unternehmen.

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