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Das Stammhaus in der Pacellistraße in München.

Merck Finck wechselt den Besitzer

Brüssel/München - Die traditionsreiche Münchner Privatbank Merck Finck wechselt den Besitzer und gehört jetzt Indern. Die Übernahme

Der belgische Bankkonzern KBC hat seine Privatbanktochter KBL epb, zu der Merck Finck seit rund zehn Jahren gehörte, an die indische Investmentgesellschaft Hinduja Group verkauft. Für die Übernahme zahlten die Inder 1,35 Milliarden Euro, teilten beide Unternehmen am Freitag in Brüssel mit. Hinduja will mit dem Schritt vom Geschäft mit reichen Kunden profitieren.

Die 140 Jahre alte Traditionsbank Merck Finck betreut an 20 Standorten in Deutschland reiche Privatkunden. Die Marke, Führung und das Geschäft sollen erhalten bleiben, teilten KBC und Hinduja mit. Merck Finck begrüßte daher die Entscheidung: “Für unsere Kunden ist es eine ausgezeichnete Nachricht, dass sich unsere Muttergesellschaft wieder im Besitz einer familiengeführten Gruppe befindet“, sagte der persönlich haftende Gesellschafter Alexander Mettenheimer laut Mitteilung.

Die indische Hinduja-Gruppe, die seit fast 100 Jahren im Bankgeschäft aktiv ist, will nun im lukrativen Bereich mit reichen Privatkunden expandieren. “Wir beabsichtigen weitere Investitionen in das Unternehmen, die Weiterbetreibung aller Niederlassungen und den Zugang zu dem schnell wachsenden Markt in Nahost, im indischen Subkontinent und in Asien“, kündigte der Hinduja-Vorsitzende Srichand Hinduja an. Die Gruppe beschäftigt insgesamt 50 000 Mitarbeiter.

Die Transaktion solle im dritten Quartal abgewickelt werden. Die belgische Privatkunden-Bank KBL European Private Bankers epb zählt nach eigenen Angaben mit einem verwalteten Vermögen von 47 Milliarden Euro in zehn Ländern zu den größten Privatbanken-Gruppen in Europa. Seit mehr als zehn Jahren hatte Merck Finck KBL epb gehört. KBL wiederum ist Teil der belgischen Bankengruppe KBC, die in der Finanzkrise vom Staat gestützt werden musste. Im Gegenzug muss sich der Konzern von Beteiligungen trennen.

dpa

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