+
Im September soll der Kauf des US-Laborausrüsters Sigma-Aldrich über die Bühne gehen. Foto: Arne Dedert

Merck geht gestärkt in Mega-Übernahme

Dem Darmstädter Merck-Konzern dürfte die Übernahme des US-Laborausrüsters Sigma-Aldrich bald glücken. Schon jetzt ist das Geschäft mit Zubehör für Pharmahersteller und Forscher der größte Wachstumstreiber.

Darmstadt (dpa) - Nach Verzögerungen steht der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck nun kurz vor der größten Übernahme in der Unternehmensgeschichte. Der Kauf des US-Laborausrüsters Sigma-Aldrich werde für September erwartet, sagte Finanzchef Marcus Kuhnert bei der Vorstellung der Zahlen für das zweite Quartal.

Es fehlten noch kartellrechtliche Genehmigungen aus Brasilien, in Europa müssten noch Auflagen erfüllt werden. Ursprünglich sollte der Zukauf zur Jahresmitte über die Bühne gehen, davon war Merck im Mai aber abgerückt.

Mit Sigma-Aldrich wird Merck nach eigenen Angaben einer der führenden Anbieter in der weltweit 130 Milliarden Dollar schweren Life-Science-Industrie. Das sind Geschäfte rund um Gesundheit, Pflanzenschutz und Saatgut sowie Biotechnologie. Bereits vor dem Kauf des US-Laborzulieferers entwickelt sich das Geschäft mit Zubehör für Forscher und Pharmahersteller bei Merck zum größten Wachstumstreiber. Die Life-Science-Sparte legte im zweiten Quartal aus eigener Kraft deutlich stärker zu als das übrige Geschäft.

Ein ähnlich großer Deal war den Darmstädtern 2007 gelungen. Merck hatte für fast elf Milliarden Euro den Schweizer Biotech-Konzern Serono übernommen und wurde damit das größte Biotech-Unternehmen in Europa.

Im zweiten Quartal half der schwache Euro den Darmstädtern über schwächelnde Verkäufe bei wichtigen Medikamenten hinweg. Der Umsatz kletterte um 14,4 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Aus eigener Kraft, also ohne den Rückenwind des schwachen Euro, stiegen die Erlöse lediglich um 2,2 Prozent. Unterm Strich blieben 343,4 Millionen Euro als Gewinn übrig, gut 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Seinen Ausblick für das laufende Jahr bestätigte der Konzern.

Bei Mercks Verkaufsschlager, dem Multiple-Sklerose-Medikament Rebif, wäre der Umsatz ohne Hilfe der Währungskurse um 12 Prozent gesunken. Das Mittel wird Patienten gespritzt und hat derzeit starke Konkurrenz durch Arzneien zum Schlucken. Auch der Umsatz mit dem Krebsmittel Erbitux ging aus eigener Kraft zurück.

Quartalsberichte Merck

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Trotz unerwartet starken Jahresstarts: US-Wirtschaft schwächelt
Deutlich besser ausgefallen als angenommen ist das Wirtschaftswachstum der Vereinigten Staaten unter Führung Trumps. Dennoch hat sie an Schwung verloren.
Trotz unerwartet starken Jahresstarts: US-Wirtschaft schwächelt
Dax geht etwas schwächer ins Wochenende
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat sich am Freitag mit leichten Verlusten ins Wochenende verabschiedet. Gute Wachstumszahlen aus der US-Wirtschaft halfen ihm, sein Minus …
Dax geht etwas schwächer ins Wochenende
„Vanille-Krise“: Schreck für Eisfreunde
Vanille ist die Lieblings-Eissorte der Deutschen. Bald könnten den Eisjüngern aber schmerzhafte Veränderungen ins Haus stehen.
„Vanille-Krise“: Schreck für Eisfreunde
Wirtschaftsforscher verteidigen deutschen Handelsüberschuss gegenüber USA
Auf dem G7-Gipfel kritisierte Donald Trump scharf den deutschen Handelsüberschuss gegenüber der USA. Jetzt reagiert das Institut der deutschen Wirtschaft Köln mit einer …
Wirtschaftsforscher verteidigen deutschen Handelsüberschuss gegenüber USA

Kommentare