Merck & Co zahlt 4,85 Milliarden Dollar für Vioxx-Einigung

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Whitehouse Station (dpa) - Der US-Pharmakonzern Merck & Co hat sich im Rechtsstreit um Folgen des 2004 vom Markt genommenen Schmerzmittels Vioxx mit einem Großteil der Kläger auf eine Milliarden-Entschädigung geeinigt. Merck werde einen Fonds in Höhe von 4,85 Milliarden Dollar (3,3 Mrd Euro) auflegen, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Die jeweiligen Ansprüche müssten allerdings individuell geltend gemacht und bewertet werden. Mit dem Vergleich seien rund 95 Prozent aller anhängigen Klagen abgedeckt. Die Summe werde von Merck noch im laufenden vierten Geschäftsquartal als Belastung verbucht. "Dies ist eine gute und verantwortungsvolle Einigung", sagte Merck-Chef Richard Clarck laut der am Unternehmenssitz in Whitehouse Station (New Jersey) veröffentlichten Mitteilung.

Grund für den Vermarktungsstopp des damaligen Merck- Kassenschlagers Vioxx war eine Studie, derzufolge bei Patienten, die das Schmerzmittel mindestens 18 Monaten eingenommen hatten, ein erhöhtes Herzproblem-Risiko bestand.

In den vergangenen Jahren hatte der US-Konzern immer darauf bestanden, jeden einzelnen der rund 27 000 Fälle vor Gericht zu verhandeln. So betonte Merck auch jetzt, die Einigung sei kein Vergleich im Rahmen einer Sammelklage. Seit Beginn der Gerichtsverhandlungen hat Merck 11 Klagen gewonnen und fünf verloren. Im dritten Quartal verbuchte Merck in Zusammenhang mit den Gerichtsverfahren bereits eine Belastung von 160 Millionen Dollar. Zuletzt lagen die Rückstellungen für Anwaltskosten in Zusammenhang mit Vioxx laut Merck bei 720 Millionen Dollar.

Im Jahr vor dem Stopp erwirtschaftete Merck & Co mit Vioxx einen Umsatz von 2,5 Milliarden Dollar. In diesem Frühjahr lehnte die US- Arzneimittelbehörde FDA die Zulassung des Vioxx-Nachfolgemedikaments Arcoxia ab.

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