Merck-Pharma plant Übernahme des Dax-Konzerns

- Darmstadt/Berlin - Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck will das Berliner Pharmaunternehmen Schering übernehmen. Schering bestätigte den Übernahmeversuch am Sonntag. Man sei von der Merck KGaA über die Absicht unterrichtet worden, ein Barangebot in Höhe von 77 Euro je Schering-Aktie abzugeben.

Der Schering Vorstand halte das Angebot für erheblich zu niedrig. Die Schering-Aktie notierte zuletzt bei 66,86 Euro. Um die vollständige Übernahme zu stemmen, würden die 130 Familiengesellschafter von Merck, die bislang 73 Prozent der Anteile halten, ein Paket von gut 20 Prozent ihrer Anteile über die Börse verkaufen, hatte zuvor das "Manager Magazin" berichtet. Die Erlöse daraus plus Barmittel in Höhe von rund zwei Milliarden Euro sollten für die Akquisition eingesetzt werden. Schering ist an der Börse derzeit mit gut 12 Milliarden Euro bewertet.

Es war in den vergangenen Wochen bereits mehrfach darüber spekuliert worden, dass Merck eine größere Übernahme plane. Im Fall eines Zusammenschlusses würde ein neuer deutscher Pharmariese entstehen. Die Transaktion wird dem Bericht zufolge von Goldman Sachs und der Deutschen Bank durchgeführt. Sollte die Übernahme gelingen, würde ein im M-Dax notiertes Unternehmen einen Konzern aus der ersten Börsenliga, dem Dax, übernehmen. Gemessen am Umsatz sind beide Unternehmen fast gleich groß (Merck: 5,9, Schering: 5,3 Milliarden, jeweils im Jahr 2005).

Zu der geplanten Übernahme passt eine Personalie, über die der "Spiegel" berichtete. Der Finanzvorstand der Deutschen Lufthansa, Karl-Ludwig Kley, soll den amtierenden Merck-Chef Michael Römer ablösen. Römer hatte erst im vergangenen November den Vorsitz von seinem geschassten Vorgänger Bernhard Scheuble übernommen. Kley gehört schon länger dem Aufsichtsrat von Merck an.

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