Merkel: Beschäftigte am Gewinn beteiligen

- Berlin ­ - Das Thema beschäftigt die Kanzlerin schon lange. Können die Errungenschaften der sozialen Marktwirtschaft auch im Zeitalter der Globalisierung erhalten werden? Wie kann ein Mindestmaß an sozialer Sicherheit für Arbeitnehmer bewahrt werden, wo Unternehmen im "globalen Raubtierkapitalismus" in erster Linie nur an ihre Rendite denken?

Schon im Dezember 2000 entwickelte Merkel die Idee: Auch im 21. Jahrhundert müsse die Politik gestalten, obwohl sich die technische Entwicklung radikal geändert habe und eine Konkurrenz mit Niedriglohnländern üblich geworden sei, hieß es. "Die politische und die wirtschaftliche Ordnung muss so gestaltet werden, dass jeder Einzelne die Chance erhält, für sich persönlichen Nutzen zu ziehen und neue Freiräume zu schaffen."

Die CDU bekannte sich zunächst zögerlich zu Merkels Philosophie. Doch Merkel hielt an ihrer Überzeugung fest: Die Politik müsse Antworten auf die Globalisierung und die damit einhergehende Verunsicherung finden, um die Menschen mitzunehmen. In einer Ausweitung staatlicher Leistungen hat sie nie einen Schlüssel zur Problem-Lösung gesehen.Mehr verspricht sie sich von einer stärkeren Beteiligung der Arbeitnehmer an ihren Unternehmen. Ein Teil des Lohns soll nach den Vorstellungen der Kanzlerin als so genannter Investivlohn ausgezahlt werden. Konkret: Statt mehr Euros auf dem Konto, Aktien für‘s Depot.

Merkel will den Arbeitnehmern durch die Beteiligung der Wertsteigerung des Kapitals "eine neue Teilhabe am Wohlstand" geben. Es soll in deutschen Fabriken wieder ähnlich wie zu den guten alten Zeiten der sozialen Marktwirtschaft werden, wo in vielen Fällen Inhaber und Belegschaft so etwas wie eine Firmen-Familie waren. Damals galt der Satz: Geht es meiner Fabrik gut, geht es auch mir gut. Nun soll das gemeinsame Kapital verbinden.

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