+
Die Euro-Schuldenkrise belastet ganz Europa.

Merkel zu Rettungsschirm-Aufstockung bereit

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble sind nach “Medien-Informationen zu einer Aufstockung des Euro-Rettungsschirms bereit.

Laut Spiegel-Informationen wollten sie sich nicht länger dem Wunsch wichtiger Partnerländer und des Internationalen Währungsfonds (IWF) widersetzen, die Mittel des mit 440 Milliarden Euro ausgestatteten vorläufigen Rettungsschirms EFSF und seines dauerhaften Nachfolgers ESM zu kombinieren, berichtet das Magazin.

EFSM, EFSF oder ESM: Das bedeuten die Kürzel der Schuldenkrise

EFSM, EFSF oder ESM: Das bedeuten die Kürzel der Finanzkrise

Das Bundesfinanzministerium dementierte auf Anfrage, dass eine Entscheidung über eine Aufstockung gefallen ist. Es sei schon immer vereinbart gewesen, dass bis Ende März geprüft werde, ob die Obergrenze von 500 Milliarden Euro ausreiche. Man sei zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden werde, die für alle Beteiligten gangbar sei. Die Diskussion laufe noch - “das Ergebnis soll dann beim informellen Ecofin-Treffen in Kopenhagen finalisiert werden“. Diplomaten in Brüssel hatten bereits am Freitag gesagt, eine Entscheidung der Euro-Finanzminister werde für Ende nächster Woche (30. März) erwartet.

Deutschland trat in der weltweiten Debatte über eine Rettungsschirm-Vergrößerung bisher immer auf die Bremse. Jetzt laute die gemeinsame Sprachregelung Merkels und Schäubles, dass beide Euro-Rettungseinrichtungen für eine Übergangsfrist “operativ gehalten werden“ sollten, berichtet der “Spiegel“.

Euro-Schuldenkrise - Eine Chronologie

Euro-Schuldenkrise - Eine Chronologie

Die Euroländer stehen unter großem Druck internationaler Partner wie der USA, die Schutzwälle gegen die gefährliche Schuldenkrise zu verstärken. Partner der G20-Staatengruppe sind sonst nicht bereit, ihrerseits den IWF zu stärken, damit diese internationale Finanzfeuerwehr Krisenstaaten besser helfen kann.

Unklar ist laut “Spiegel“ weiterhin, über wie viel Geld der aufgestockte Rettungsschirm verfügen soll. Nach einer ersten Möglichkeit sollen zum vorgesehenen ESM-Volumen von 500 Milliarden Euro noch jene 200 Milliarden Euro hinzukommen, welche die EFSF bislang an Hilfen für Krisenländer verplant hat.

Beim zweiten Modell kämen sogar Hilfsmittel in Höhe von 940 Milliarden Euro zusammen. Dabei liefen EFSF und ESM in vollem Umfang nebeneinander weiter. Im ersten Fall würde Deutschland laut “Spiegel“ für etwa 280 Milliarden Euro garantieren, im zweiten für rund 400 Milliarden Euro. Der Bundestag hatte die deutsche Beteiligung bei 211 Milliarden Euro gedeckelt.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Deutsche Wirtschaft im dritten Quartal leicht gewachsen
Handelskonflikte, Brexit-Drama, schwächelnde Weltkonjunktur - Europas größte Volkswirtschaft bekommt das schwierige Umfeld zu spüren. Die Bilanz für den Sommer fällt …
Deutsche Wirtschaft im dritten Quartal leicht gewachsen
Japans Wirtschaft wächst weiter - aber langsamer
Tokio (dpa) - Japans Wirtschaft ist zwischen Juli und September im vierten Quartal in Folge gewachsen. Wie die Regierung auf Basis vorläufiger Daten bekanntgab, legte …
Japans Wirtschaft wächst weiter - aber langsamer
Drei Viertel der Deutschen shoppen regelmäßig online
Selbst Lebensmittel werden immer öfter im Internet bestellt. Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland hier aber noch hinterher. Und das liegt nicht nur an der …
Drei Viertel der Deutschen shoppen regelmäßig online
Unrichtige Produktbewertungen auf Amazon: BGH klärt Haftung
"Schnell lässt der Schmerz nach", schreibt ein zufriedener Amazon-Kunde über ein Muskel-Tape. Für den Verkäufer kein Grund zur Freude: Ein Wettbewerbsverband verklagt …
Unrichtige Produktbewertungen auf Amazon: BGH klärt Haftung

Kommentare