Daniel Bauer, von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger

Deal mit Chinesen?

Drohende Kuka-Übernahme: „Deutsche Autobauer müssten Chinesen ausstechen“

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Berlin/Augsburg - Die Bundesregierung sucht nach einer europäischen Alternative zu einer Übernahme des Roboterbauers Kuka durch den chinesischen Konzern Midea. Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger äußert sich dazu im Merkur-Interview.

Sigmar Gabriel will den Einstieg des chinesischen Konzerns Midea bei Kuka verhindern. Ist der Vorstoß richtig?

Generell ist der gebotene Übernahmepreis aus Aktionärssicht als fair anzusehen. Den Vorstoß von Herrn Gabriel halte ich für falsch. Die Politik sollte sich aus solchen Angelegenheiten raushalten. Generell sehe ich unter den gegenwärtigen Bedingungen Übernahmen von deutsche Firmen durch chinesische Investoren jedoch kritisch.

Warum?

Für deutsche Unternehmen gelten in China andere Regeln als für chinesische Gesellschaften in Deutschland. Der chinesische Markt ist für ausländische Investitionen nur schwer zugänglich, oft nur in Kooperation mit einem chinesischen Unternehmen. Es könnte daher gefährlich sein, wenn sich gleichzeitig chinesische Investoren in Deutschland frei bedienen können, und es dadurch eventuell zu einem Know-how-Transfer nach China kommen könnte.

Droht bei Kuka der Ausverkauf deutscher Spitzentechnologie?

Das lässt sich leider nicht ausschließen. Man muss aber klarstellen: Noch ist Kuka ein Roboterhersteller. Aber im Zuge der Digitalisierung könnte Kuka bald ganze Prozesse bei Firmen wie Daimler oder BMW steuern. Künftig möchte Kuka nicht nur Roboter, sondern Schweißnähte verkaufen. Kuka würde dann den Roboter in die Fabrik von BMW stellen und sich um den kompletten Produktionsablauf inklusive der Softwaresteuerung kümmern. Würde Kuka in chinesischer Hand sein, hätten diese automatisch das Wissen, wie unsere Automobilhersteller solche Prozesse steuern. Würde dieses Wissen an chinesische Autobauer weitergegeben werden, könnten diese so das führende Niveau deutscher Autohersteller erreichen.

Aber dann liegt das Problem doch bei der deutschen Industrie?

Ja, das ist richtig. Die deutschen Autofirmen müssten eigentlich ein Gegenangebot abgeben, um die Chinesen auszustechen. Andererseits werden BMW, Audi oder Bosch schon wissen, ob die Aktie das wert ist. Und falls sie Technologietransfer fürchten, müssen sie ihre digitalen Fabriken der Zukunft ja auch nicht zwingend bei Kuka kaufen.

Was bedeutet das für die Kuka-Aktionäre?

Diese könnten mit einem noch höheren Angebot als von Midea rechnen. Sollte es kein Gegenangebot geben, würde ich dazu raten, das Angebot von Midea zumindest mit einem Teil der Aktien anzunehmen – der Preis ist schließlich sehr attraktiv. Man darf auch nicht in Panik verfallen, nur weil es chinesische Investoren sind. Amerikaner könnten das Wissen genauso transferieren.

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