+
Merkur-Vize-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

Merkur-Kommentar

VW und der Abgasbetrug: Ende mit Schrecken

  • schließen

Seit Tagen kennt die VW-Aktie nur noch eine Richtung: nach oben. Es ist die schiere Erleichterung darüber, dass die zermürbenden Verhandlungen in den USA mit Staranwälten, Richtern und Umweltbehörden endlich zu einem Ende kommen. Ein Kommentar von Georg Anastasiadis.

Für VW und seine Aktionäre ist es ein Ende mit Schrecken: Der Konzern wird, wogegen er sich lange mit allen Mitteln gewehrt hatte, einen großen Teil der in den USA verkauften 600.000 Autos mit Betrugssoftware zurückkaufen und deren Eigentümern überdies eine finanzielle Entschädigung von 5000 Dollar zahlen müssen. Experten beziffern den Schaden auf 12 Milliarden Euro. Addiert man die befürchteten straf- und zivilrechtlichen Kosten von 19 Milliarden hinzu und auch die außerhalb der USA erwarteten Belastungen von 14 Milliarden, dann hat der Konzern durch seine Abgasmanipulationen 45 Milliarden Euro vernichtet – und seinen Börsenwert (derzeit 64 Milliarden) nahezu halbiert. Härter hat wohl noch kein Konzern für ein vergleichbares Fehlverhalten büßen müssen.

Die US-Behörden, als Vorkämpfer für eine sauberere Umwelt bisher nicht gerade über jeden Zweifel erhaben, haben ein Exempel statuiert – eines, das den US-Bürger keinen Cent kostet. Zu den Strafen für Volkswagen gehört die Finanzierung eines US-Umweltfonds zur Verbesserung der Luftqualität. Ausgerechnet die USA als Großemittent klimaschädlicher Gase bitten den Vorzeigekonzern des Umwelt-Musterknaben Deutschland zur Kasse: Man könnte darüber gequält lächeln. Wenn man nicht gleichzeitig mit den Zähnen knirschen müsste vor Wut über die Dummheit der Betrüger in Wolfsburg, die sich jetzt zu allem Übel noch mit Zähnen und Klauen an ihre Boni klammern.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Lokführergewerkschaft will Alkoholverbot in Bordrestaurants
Heilbronn - Auf Gewalt und Aggressionen treffen Bahn-Mitarbeiter bei ihrer Arbeit fast jeden Tag. Oft liegt es an alkoholisierten Fahrgästen. Die Gewerkschaft der …
Lokführergewerkschaft will Alkoholverbot in Bordrestaurants
Alter Whatsapp-Status kommt zurück
Mountain View - Gerade erst hatte Facebook eine neue Status-Funktion in seinem Whatsapp-Messenger eingeführt. Jetzt macht das Unternehmen eine Kehrtwende.
Alter Whatsapp-Status kommt zurück
Volkswirte: Arbeitsmarkt trotz Risiken vorerst stabil
Im Februar herrscht auf dem Arbeitsmarkt in der Regel Winterpause - Experten rechnen diesmal allenfalls mit einem leichten Rückgang der Erwerbslosenzahl. Im …
Volkswirte: Arbeitsmarkt trotz Risiken vorerst stabil
Textilkonferenz in Dhaka: Katerlaune statt Feierstimmung
Bangladesch hat zuletzt viele Fortschritte bei der Sicherheit seiner Textilarbeiter gemacht. Auf einem Gipfel sollten sie diskutiert werden. Doch ein anderer Konflikt …
Textilkonferenz in Dhaka: Katerlaune statt Feierstimmung

Kommentare