Merz weist Spekulation um Wechsel an die Bahn-Spitze zurück

- Berlin/Meschede - Der CDU-Bundestagsabgeordnete Friedrich Merz hat Spekulationen zurückgewiesen, er sei als Nachfolger für Bahnchef Hartmut Mehdorn im Gespräch. "Die Gerüchte entbehren jeder Grundlage", sagte er nach Angaben seiner Mitarbeiterin im sauerländischen Meschede.

Die "Bild"-Zeitung hatte zuvor berichtet, Mehdorn, dessen Vertrag als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG offiziell noch bis 2008 läuft, solle nach Überlegungen in Bundesregierung und Bahn-Aufsichtsrat vorzeitig abgelöst werden. Merz als Rechtsberater des Energiekonzerns RAG, dessen Chef Werner Müller dem Bahn-Aufsichtsrat vorsteht, gelte als Favorit für die Nachfolge.

"Es gibt keinen Anlass für personelle Veränderungen. Mehdorn macht gute Arbeit", sagte Müller der dpa. Klare Dementis kamen auch aus den Häusern von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (beide SPD). "Herr Mehdorn genießt wegen seiner Erfolge hohes Ansehen im Ministerium", sagte Steinbrücks Sprecher Thorsten Albig. Der Finanzminister habe ein "ausgezeichnetes Verhältnis" zu dem Bahnchef. Anders lautende Meldungen seien "völlig aus der Luft gegriffen". Es gebe keinen Grund, über die Nachfolge des Bahnchefs zu spekulieren.

Der Sprecher des Verkehrsministeriums, Dirk Engel, nannte die Spekulationen "haltlos und falsch". Mehdorn leiste hervorragende Arbeit. Mit dem geplanten Börsengang der Bahn und der Öffnung der europäischen Güterverkehrsmärkte im kommenden Jahr müsse er zwei wichtige Projekte weiter vorantreiben.

Die "Bild"-Zeitung schrieb weiterhin, Wirtschaftsminister Michael Glos setze auf Bahn-Marketingvorstand Otto Wiesheu (beide CSU) als möglichen Mehdorn-Nachfolger. Grund für die Überlegungen sei ein zerrüttetes Verhältnis der Bundesregierung als Bahn-Eigentümerin zu Mehdorn nach dessen Versuch, die Konzernzentrale von Berlin nach Hamburg zu verlegen. Mehdorn scheiterte dabei am politischen Widerstand unter anderem von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

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