Erste Metall-Warnstreiks in Bayern

München - Im Tarifstreit für die Metall- und Elektroindustrie sind nach dem Ende der Friedenspflicht in der Nacht zum Sonntag Beschäftigte auch in einigen Betrieben in Bayern in Warnstreiks getreten.

Mehr als 1000 Menschen haben bei den ersten Warnstreiks in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie für höhere Löhne demonstriert. Die Protestaktionen in mehreren bayerischen Betrieben in München, Augsburg, Pfronten und Ingolstadt begannen unmittelbar nach dem Ablauf der Friedenspflicht am Samstag um Mitternacht. Auch bundesweit gab es erste Aktionen. Bayern war neben Niedersachsen ein Schwerpunkt der Warnstreiks. Richtig beginnen sollen die Proteste nach dem Tag der Arbeit am 1. Mai. Bayerns IG Metall-Chef Jürgen Wechsler sprach am Sonntag von “massiven Warnstreiks“ in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie in den nächsten Tagen.

Nach Angaben der Gewerkschaft demonstrierten in der Nacht zu Sonntag fast 1200 Metaller in Bayern. Rund 250 Beschäftigte zogen mit einem Fackelzug vor das Werkstor des Elektronikkonzerns TDK in München. In Pfronten versammelten sich 500 Mitglieder der IG Metall vor den Werkstoren der Firma Deckel Maho. In Augsburg protestierten 400 Metaller vor dem Werkstor von MAN Diesel. Rund 40 Auszubildende forderten mit einer nächtlichen Lichtaktion in Ingolstadt eine unbefristete Übernahme.

Die Gewerkschaft fordert für die rund 755 000 Beschäftigten in Bayern 6,5 Prozent mehr Geld, die Übernahme aller Auszubildenden und die Beschränkung der Leiharbeit. Die Arbeitgeber boten 3 Prozent mehr Geld für 14 Monate. “Das Gesamtpaket berücksichtigt die wirtschaftliche Lage und die internationalen Wettbewerbsbedingungen der Unternehmen“, sagte Jürgen Brielmaier, Vorstand der Region Augsburg im Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie (vbm) am Samstag. Die Branche könne sich der schwächeren Entwicklung auf dem Weltmarkt nicht entziehen. “Die Konjunktur in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie hat sich merklich abgekühlt.“ Die nächste Runde der Tarifverhandlungen ist für den 10. Mai geplant.

dpa

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