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Elf US-Bundesstaaten ermitteln gegen Meta wegen Gefahren von Instagram

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Von: Bettina Menzel

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Ein Mädchen hält ein Smarthphone in der Hand auf dem die Instagram-App zu sehen ist
Der Mutterkonzern Meta (vormals Facebook) ist sich interner Studien zufolge bewusst, welch negativen Einfluss Instagram auf das Selbstbild von Mädchen hat (Symbolbild). © IMAGO / YAY Images

Mindestens elf US-Bundesstaaten leiten Ermittlungen gegen Meta ein. Das ist nicht der einzige Rechtsstreit mit dem sich der Tech-Riese, lange bekannt als Facebook, konfrontiert sieht.

Menlo Park, Kalifornien - Mehrere US-Bundesstaaten leiten Ermittlungen gegen Meta (vormals Facebook) ein. Das berichtet die New York Times am Donnerstag. Das Tech-Unternehmen, hatte seine App Instagram weiterhin promotet, obwohl intern bekannt war, dass sie negativen Einfluss auf die Psyche von Kindern und Jugendlichen haben kann. Dies war durch die Whistleblowerin Frances Haugen bekannt geworden, die die sogenannten Facebook Files geleakt hatte.

Mindestens elf US-Bundesstaaten ermitteln gegen Meta-Konzern

Das Selbstbild von Jugendlichen verschlechtert sich durch die Nutzung von Instagram und befeuert Depressionen und Essstörungen. Etwa ein Drittel der befragten Mädchen, die ohnehin ein negatives Selbstbild hatten, fühlten sich durch Instagram schlechter. Das ergab eine interne Facebook-Studie, die die Whistleblowerin Frances Haugen geleakt hatte, der Konzern selbst hatte sie zurückgehalten.

Die US-Bundesstaaten Kalifornien, Florida, Kentucky, Massachusetts, Minnesota, Nebraska, New Jersey, New York, Oregon, Tennessee, Vermont sowie der District of Columbia leiteten nun Ermittlungen ein. Meta habe Jugendliche wissentlich Gefahren ausgesetzt und die Kinder „im Interesse des Profits ausgebeutet“, sagte die Generalstaatsanwältin des Bundesstaates Massachusetts, Maura Healey am Donnerstag. Facebook, das heute Meta heißt, habe es versäumt, seine Nutzer zu schützen. Der Konzern selbst weist die Anschuldigungen zurück. „Die Anschuldigungen [...] zeigen eine tiefe Fehleinschätzung der Tatsachen“, sagte die Sprecherin Liza Crenshwa. Meta veröffentlichte auch einen Blogpost zu dem Thema. Mit den nun laufenden Ermittlungen wollen die US-Bundesstaaten prüfen, ob Meta gegen die Verbraucherschutzgesetze verstoßen hat. In den USA läuft zudem eine Sammelklage von Anlegern aufgrund von Kursverlusten.

Gleichzeitig reichten die Bundeshandelskommission in den USA und Dutzende US-Bundesstaaten Kartellklagen ein, um Meta aufzulösen. Mitglieder des Kongresses wollen eigenen Angaben zufolge zudem Datenschutz-, Rede- und Kartellgesetze erlassen, die darauf abzielen, die Macht von Tech-Riesen wie Amazon, Apple, Facebook und Google zu zerschlagen. Auch in der Europäische Union läuft bereits ein Kartellverfahren gegen Facebook (heute Meta). Mit 2,54 Milliarden Nutzern pro Tag nutzt rund ein Drittel der Weltbevölkerung täglich Dienste von Meta und seinen Tochterunternehmen Instagram, WhatsApp und Facebook. Mark Zuckerberg scheint das nicht genug. Er hat mit dem „digitalen Universum“ Metaverse Großes geplant. Arbeits-Meetings, aber auch private Treffen sollen beispielsweise künftig in der virtuellen Realität „Metaverse“ stattfinden. Die Whistleblowerin Frances Haugen sieht diese Pläne kritisch.

„An Ugly Truth“: Mark Zuckerberg als Alleinherrscher

Das Buch „An Ugly Truth“ von Sheera Frenkel und Cecilia Kang bringt Dinge ans Licht, über die Mark Zuckerberg wohl lieber nicht sprechen würde. Basierend auf Gesprächen mit über 400 Quellen zeichnet das Buch ein Bild von Zuckerberg als Alleinherrscher. Der Tech-Konzern Meta (vormals Facebook) ist eines der wenigen großen Unternehmen im Silicon-Valley, die noch ihren Gründer an der Spitze haben. Zudem hat Mark Zuckerberg 54 Prozent der Stimmrechte und damit im Grunde die Entscheidungsgewalt. Er umgebe sich ohnehin mit Menschen, die so denken wie er. Doch, wenn ihm jemand widerspräche, mache das keinen Unterschied, erklärte die Autorin Kang Anfang November bei einem Vortrag auf dem Web Summit in Lissabon. „Sollte jemand in dieser Position wie Mark Zuckerberg so viel Macht haben?“, fragt Kang.

Zuckerberg beantworte zudem auch nicht die Frage, was der Konzern mit all jenen Informationen mache, die ihm zur Verfügung stehen. Algorithmen würden die Hassrede und Falschinformationen in den sozialen Netzwerken verstärken, so Kang weiter. Der Konzern wird unter anderem für den Genozid in Myanmar mitverantwortlich gemacht, bei dem Hassrede und Fehlinformationen ungehindert verbreitet wurden und zu Mord, Vertreibung und Vergewaltigungen anstifteten.
Der Titel des Buches komme von den Worten eines der ersten Angestellten von Facebook, Andrew „Boz“ Bosworth, der das Memo „The Ugly“ schrieb. Darin ging es um die Probleme der sozialen Medien und um die Erkenntnis laut Kang, dass sich alles dem Profit unterordnen müsse. Die Profitgier erkennen nun auch die Generalstaatsanwälte: „Wenn Social-Media-Plattformen unsere Kinder als bloße Ware behandeln, um eine längere Bildschirmzeit und Datenextraktion zu manipulieren“, werde es Zeit zu handeln, sagte die Generalstaatsanwältin Maura Healey zu den nun laufenden Ermittlungen.

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