IG Metall und Airbus einig über Abfindungen

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Hamburg (dpa) - Im Streit um den Stellenabbau bei Airbus in Deutschland haben sich die IG Metall und das Unternehmen auf eine Abfindungslösung geeinigt. Dagegen gab es keine Annäherung bei der Frage der Werksverkäufe, wie die IG Metall berichtete.

Sie forderte erneut eine Zukunftssicherung für die zum Verkauf stehenden Airbus-Werke in Nordenham und Varel (Niedersachsen) und Laupheim (Baden-Württemberg). Die Abfindungslösung sei "ein erster Schritt, um die Auswirkungen von Power8 auf die Beschäftigten zu regeln. Nicht mehr, aber auch nicht weniger", erklärte der Betriebsratsvorsitzende von Airbus Deutschland, Rüdiger Lütjen, am Freitag. Er sprach von einer "attraktiven Abfindungsformel".

Für die Berechnung der Abfindungen werden Alter und Betriebszugehörigkeit multipliziert und durch 25 geteilt und anschließend mit dem monatlichen Bruttogehalt multipliziert. So könnte zum Beispiel ein 50-Jähriger, der 20 Jahre bei Airbus gearbeitet und rund 4500 Euro verdient hat, auf 180 000 Euro kommen.

Das im Februar im Detail vorgestellte Sparprogramm Power8 sieht den Abbau von rund 3700 Stellen bei Airbus in Deutschland vor, insgesamt sollen 10 000 Arbeitsplätze wegfallen. Bis zum Ende des Jahres soll nach Angaben der Gewerkschaft die Zahl für die deutschen Standorte konkret feststehen. Eine betriebliche Einigungsstelle unter Vorsitz des Präsidenten des Landesarbeitsgerichts Bremen, Martin Bertzbach, solle Details des Personalabbaus regeln, teilte die IG Metall am Freitag weiter mit.

"Die Umsetzung von Power8 ist von entscheidender Bedeutung für die Zukunft von Airbus", betonte Airbus-Deutschland-Chef Gerhard Puttfarcken. "Diese Vereinbarung ist dabei ein wichtiges Element."

"Mit Werksverkäufen und Personalabbau werden die Probleme bei Airbus nicht gelöst, deswegen geht die Auseinandersetzung weiter", sagte Lütjen. Airbus beschäftigt nach eigenen Angaben in Deutschland derzeit rund 20 000 Mitarbeiter. Der spezielle Tarifvertrag "SiduFlex" schließt betriebsbedingte Kündigungen bis 2012 aus.

Die Bezirksleiterin der IG Metall Küste, Jutta Blankau, kritisierte erneut die Pläne von Airbus, die Fertigung auszulagern. Die Probleme von Boeing beim neuen Dreamliner zeigten, dass Outsourcing kein Allheilmittel sei, meinte sie. "Wenn die Airbus- Führung weiter an ihren Outsourcingplänen festhält, werden wir für die Zukunftsfähigkeit der Werke weiter streiten."

Im baden-württembergischen Laupheim forderten die Arbeitnehmervertreter erneut Klarheit über den geplanten Verkauf ihres Werks. "Wir haben Monate größter Verunsicherung hinter uns. Das zieht an der Belegschaft nicht spurlos vorüber", sagte der Betriebsratsvorsitzende Stefan Hammerg. Der Geschäftsführer der IG Metall Ulm, Michael Braun, wies darauf hin, dass der Standort in Laupheim im Gegensatz zu anderen Werken nicht vom Stellenabbau im Rahmen des Airbus-Sparprogramms Power8 bedroht sei.

Airbus war durch Fertigungsprobleme beim Riesen-Jet A380 in die Krise geraten, dazu kommt der niedrige Dollar-Kurs. Dieser belastet das Unternehmen zusätzlich. Die erste A380 wurde am vergangenen Montag an Singapore Airlines übergeben, rund 18 Monate später als geplant.

Die Nachfrage nach Airbus-Flugzeugen ist unterdessen weiterhin stark. So ist zum Beispiel in Hamburg die Endmontage für die Kurz- und Mittelstreckenjets A318, A319 und A321. In diesem Marktsegment können Hersteller wie Airbus und Boeing derzeit kaum die Bestellungen bewältigen. Auch für die A380 liegen inzwischen rund 200 Aufträge vor.

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