Metall-Arbeitgeber kündigen Inflationsausgleich an

Joachimsthal - Die Metall-Arbeitgeber stellen für die kommende Tarifrunde zumindest eine Einkommensverbesserung in Höhe der Teuerungsrate in Aussicht. In den vergangenen zehn Jahren sei für die Mitarbeiter der Branche stets ein Inflationsausgleich erzielt worden.

Das sagte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser vor Journalisten in Joachimsthal in Brandenburg. "Das wird auch auch dieses Mal, denke ich, gelingen." Kannegiesser bezog sich dabei auf das kommende Jahr 2009, in dem eine Inflation von rund 2,5 Prozent erwartet werde.

"Es ist uns klar, dass die Erwartungshorizonte der Belegschaften zum Teil groß sind", sagte der Verbandschef. Die Forderungsempfehlung der IG Metall von 7 bis 8 Prozent sei aber unrealistisch und von den Unternehmern mit einer "Mischung aus Entsetzen und Resignation" aufgenommen worden. Kannegiesser merkte an, die Firmen hätten mit den höheren Gewinnen in den vergangenen drei Jahre ihr Eigenkapital aufgestockt und kräftig investiert. "Deshalb gehen wir in die wirtschaftliche Abschwungphase stabiler hinein."

Die schwachen Auftragseingänge vor allem aus Europa und den USA signalisierten eine nachlassende Konjunktur. Derzeit sei nicht abzuschätzen, "wie lange und wie stark der Abschwung sein wird". Aus heutiger Sicht sei für 2009 eine stagnierende Produktion in der Metall- und Elektroindustrie zu erwarten, sagte der Gesamtmetall- Präsident. Die Gewerkschaftsprognose eines Branchenwachstums von 5 Prozent im nächsten Jahr "können wir nicht nachvollziehen".

Die Tarifrunde für den größten deutschen Industriezweig mit 3,6 Millionen Beschäftigten beginnt am 2. Oktober. Der Tarifvertrag und damit auch die Friedenspflicht enden am 31. Oktober. Die Arbeitgeber wollten zügig verhandeln und spätestens bis Jahresende zu einem Abschluss kommen, sagte Kannegiesser. Der Tarifvertrag sollte aus seiner Sicht "fünf, sechs Gestaltungselemente" haben, von denen die prozentuale Einkommenserhöhung nur eines sein könne.

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