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Anfang Februar rief die IG Metall bereits zu Warnstreiks in 22 Betrieben auf. Nun könnte es bald eine Entscheidung im Tarifkonflikt geben.

Gewerkschaft ruft nochmal zu Streiks auf

Ende in Sicht? IG-Metall erwartet Einigung im Tarifkonflikt

München - Die IG Metall Bayern erwartet ein baldiges Ende im Tarifkonflikt. Zuvor ruft sie nochmal zu massiven Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie auf.

Der Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie steuert aus Sicht der IG Metall Bayern auf eine baldige Entscheidung zu. Bei der nächsten Verhandlungsrunde in Baden-Württemberg am kommenden Montag (23. Februar) müsse „der entscheidende Durchbruch“ erzielt werden, erklärte die Gewerkschaft am Mittwoch nach einer Sitzung der Verhandlungskommission. Am Dienstag soll in Bayern weiterverhandelt werden. Vorab rief die Gewerkschaft zu weiteren Warnstreiks auf, was die Arbeitgeber umgehend kritisierten.

Vorbereitungen für Urabstimmung laufen

Nach Angaben der Gewerkschaft hat die Verhandlungskommission auch beschlossen, dass Vorbereitungen für eine Urabstimmung und einen Streik auf den Weg gebracht werden sollen. Der Hauptgeschäftsführer des Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbandes vbm, Bertram Brossardt, bezeichnete das Vorgehen als „vollkommen unverständlich“. „Statt überholter Tarifriten muss die IG Metall endlich Lösungen mit uns am Verhandlungstisch finden“, forderte Brossardt.

Die IG Metall verlangt 5,5 Prozent mehr Lohn, eine bessere Altersteilzeitregelung sowie eine neue tarifliche Bildungsteilzeit. Die Arbeitgeber bieten 2,2 Prozent mehr Lohn für die 790 000 bayerischen Metaller. „Nachdem die Arbeitgeber bereits in der zweiten Verhandlungsrunde ein faires Angebot vorgelegt haben, setzen wir für die vierte Verhandlungsrunde endlich auf die Vernunft und den Einigungswillen der IG Metall“, so Brossardt.

Aufruf zu massiven Warnstreiks

Dagegen bekräftigte der bayerische IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler die Gewerkschaftsforderungen: „Ein Tarifergebnis ohne den Einstieg in eine Bildungsteilzeit, eine verbesserte Fortführung der Altersteilzeit und mehr Geld wird es mit der IG Metall nicht geben können.“ Den Arbeitgebern müsse klar werden, „dass dies das letzte Zeitfenster auf dem Weg zu einer Lösung darstellt“.

Zunächst ruft die Gewerkschaft nun noch einmal zu massiven Warnstreiks bei Betrieben im Freistaat auf. An diesem Donnerstag sollen beispielsweise Beschäftigte bei Robert Bosch in Ansbach, Electrolux in Rothenburg, Linde in Aschaffenburg und Mahle Behr in Neustadt zeitweise die Arbeit niederlegen.

dpa

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