S7 und S20: Bis zu 20 Minuten Verspätungen 

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IG Metall beginnt mit Warnstreiks

- Stuttgart - Im Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie hat am Mittwoch in Baden-Württemberg die erste Warnstreikwelle begonnen.

Kurz nach Mitternacht versammelten sich mehrere hundert Beschäftigte der Nachtschicht vor dem Sindelfinger DaimlerChrysler-Werk zu einem Fackelzug. Dabei forderten die Demonstranten auch den Erhalt der so genannten Steinkühler-Pause, bei der es um fünf Minuten Erholzeit pro Stunde plus drei Minuten Bedürfniszeit bei Fließband- und Akkordarbeit geht.

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der DaimlerChrysler AG, Erich Klemm, sagte bei der Kundgebung in Sindelfingen: "In allen modernen Automobilfabriken der Welt gibt es Erholzeiten bei Fließbandarbeit. Sie sind ein unverzichtbarer Bestandteil einer intelligenten Arbeitsorganisation und eben kein Relikt aus der Vergangenheit." Einen Tarifabschluss ohne eine Einigung in dieser Frage werde es nicht geben.

Am ersten Tag der Proteste sind weitere Aktionen vor den Werken des Autobauers in Stuttgart sowie bei Bosch und dem Stuttgarter Autozulieferer Behr geplant. Die Gewerkschaft rechnet damit, dass insgesamt rund 5000 Metaller auf die Straße gehen werden.

In den regulären Tarifverhandlungen, für die bundesweit noch die Friedenspflicht bis zum 28. März gilt, verlangt die Gewerkschaft fünf Prozent höhere Einkommen. Im einflussreichen Bezirk Baden-Württemberg gibt es 800 000 Metaller. Ebenfalls heute beginnt in Hamburg die zweite Tarifrunde für die 150 000 Metaller im norddeutschen Bezirk Küste. Vor der zweiten Runde in Nordrhein-Westfalen am Freitag, wo für 700 000 Beschäftigte verhandelt wird, informiert der Gewerkschaftsvorstand über den Stand der Dinge.

Die Arbeitgeber halten allenfalls 1,2 Prozent mehr Geld für vertretbar. Ein offizielles Angebot wurde aber bislang noch nicht vorgelegt. Die erste Gesprächsrunden auf Bezirksebene im Februar waren alle ohne Ergebnis vertagt worden.

Für die gesamte Woche rechnet die Gewerkschaft damit, dass mehreren zehntausend Beschäftigte vorübergehend die Arbeit niederlegen. Über den Lohnrahmen II mit der so genannten Steinkühler- Pause wird am 6. und über höhere Einkommen am 14. März weiterverhandelt.

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