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IG Metall bekräftigt Forderungen an Electrolux

- Nürnberg - Nach den bisher ergebnislosen Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag für die 1700 AEG-Beschäftigten erwartet die IG Metall ein deutlich verbessertes Angebot von Electrolux. Gewerkschaftschef Jürgen Peters bekräftigte am Freitag die Forderung der Gewerkschaft nach Abfindungen in Höhe von drei Monatsgehältern pro Dienstjahr und einer Vorruhestandsregelung für Mitarbeiter über 53 Jahre mit vollem Lohnausgleich. Ein Termin für die Fortsetzung der Gespräche, die am Donnerstagabend nach mehr als vier Stunden abgebrochen wurden, steht noch nicht fest.

Für den Fall, dass Electrolux der Forderung nach Einbeziehung der ausgegliederten Gesellschaften nachgekommen wäre, hatte die Gewerkschaft bereits diesen Samstag als neuen Gesprächstermin angeboten. Electrolux-Europa-Chef Horst Winkler erklärte dazu, der Konzern werde die Möglichkeit einer Verknüpfung prüfen. Die von der Gewerkschaft gestellte Bedingung, dies bis zum Freitagnachmittag zuzusagen, werde Electrolux aber nicht nachkommen. "Wir akzeptieren grundsätzlich keine Ultimaten", betonte Winkler. Offensichtlich versuche die IG Metall, ihre Blockadehaltung mit allen Mitteln fortzusetzen.

Als Alternativtermin für die Fortsetzung der Verhandlungen nannte IG-Metall-Streikleiter Jürgen Wechsler den kommenden Mittwoch (8. Februar). Die Gewerkschaft will erreichen, dass auch über die Servicebereiche Logistik und Distriparts gesprochen wird und deren Mitarbeiter weiterhin nach dem Tarifvertrag für die Metall- und Elektroindustrie bezahlt werden. Bayern IG-Metall-Chef Werner Neugebauer betonte: "Wir haben uns darauf einzurichten, dass der Streik noch ein, zwei, drei Wochen oder länger dauert."

IG-Metall-Chef Peters betonte, es bleibe vorrangiges Ziel der Gewerkschaft, das Werk zu erhalten. "Wir wollen, dass an diesem Standort weiter produziert wird." Peters warf dem Konzern "Raubtierkapitalismus" vor. Er forderte eine Abgabe für Unternehmen, die Arbeitsplätze in Deutschland abbauen und ins Ausland verlagern. "Schließlich nehmen die Unternehmen Know-how und Entwicklungen aus Deutschland mit und verkaufen sie an einem billigeren Standort."

Peters forderte die EU-Kommission auf, offen zu legen, welche direkten und indirekten Beihilfen für die Verlagerung der Produktion nach Polen geflossen sind. "Die Menschen hier haben ein Anspruch darauf zu erfahren, ob sie mit ihren Steuergeldern ihre eigenen Arbeitsplätze gefährden", sagte Peters.

Electrolux hatte bei den Verhandlungen am Donnerstag lediglich 0,7 Monatsgehälter pro Dienstjahr angeboten sowie die Übernahme in eine Beschäftigungsgesellschaft bei vollem Lohnausgleich für maximal zwölf Monate. Nach dem Ende der Gespräche am späten Donnerstagabend hatte AEG-Geschäftsführer Dieter Lange erklärt, das so genannte "Nürnberger Modell" sei ein großzügiges Angebot. Es gebe keinen Anlass, es nachzubessern.

Die maximale Summe dieses Abfindungsangebots bezifferte die Gewerkschaft auf 75 000 Euro pro Mitarbeiter. Die Tarifkommission der IG Metall lehnte den Electrolux-Vorschlag nach Angaben von Bezirksleiter Neugebauer einstimmig als "völlig unzureichend" ab. Für einen AEG-Mitarbeiter, der seit 20 Jahren im Unternehmen arbeite, bedeute dies nicht einmal 40 000 Euro, die dieser neuerdings auch noch versteuern müsse. Spätestens nach 12 Monaten Arbeitslosengeld - beziehungsweise nach 18 Monaten für Ältere fielen die Betroffenen unter die Hartz IV-Regelung. Die erhaltene Abfindung werde zudem auf das Arbeitslosengeld II angerechnet, sagte Neugebauer.

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