IG Metall-Chef empfiehlt acht Prozent Plus als Ziel für Tarifrunde

Nürnberg - Der bayerische IG Metall-Chef Werner Neugebauer empfiehlt für die anstehende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie eine Forderung von acht Prozent mehr Entgelt für die Beschäftigten im Freistaat. "Es geht unserer Branche nach wie vor hervorragend", sagte Neugebauer am Dienstag in Nürnberg.

Die bayerischen Betriebe mit ihren rund 750 000 Beschäftigten stünden besonders gut da. Die Entgelterhöhung solle mit einer sozialen Komponente verbunden werden, empfahl Neugebauer. Auszubildende müssten 75 Euro monatlich mehr bekommen. An diesem Mittwoch entscheidet die regionale Tarifkommission der Gewerkschaft in Bad Kissingen über die konkrete Forderung.

Angesichts der Stimmung in den Betrieben "müssten wir eigentlich ein Spektrum an Forderungen von acht bis neun Prozent diskutieren", sagte Neugebauer. In mehr als einem Drittel der 240 bayerischen Unternehmen hätten die Gewerkschaftsmitglieder mindestens neun Prozent mehr Lohn und Gehalt gefordert. Bei MAN und Siemens seien sogar 13 Prozent anvisiert worden, sagte der Geschäftsführer der IG Metall Nürnberg, Jürgen Wechsler. Außer der Entgelterhöhung und der sozialen Komponente will die Gewerkschaft am Mittwoch zudem beschließen, den baden-württembergischen Beschluss zur Altersteilzeit unverändert auf Bayern zu übertragen. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll ein Jahr betragen.

Die Erwartungshaltung bei den Beschäftigten sei hoch, die Stimmung explosiv, schilderte Wechsler. Wenn ein Ergebnis der Verhandlungen nicht bis Mitte November in Sicht sei, werde gestreikt. Erste Warnstreiks würden bundesweit bereits am 1. November stattfinden, weitere folgten etwa zehn Tage später.

Die IG Metall hat bisher für die 3,6 Millionen Beschäftigten der Branche einen Forderungskorridor von sieben bis acht Prozent festgelegt. Die endgültige Höhe will der Vorstand der Gewerkschaft am 23. September festlegen. Die Tarifrunde für den größten deutschen Industriezweig beginnt mit der ersten Verhandlung am 2. Oktober. Die Friedenspflicht endet am 31. Oktober.

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