IG Metall droht mit bundesweiten Warnstreiks

Stuttgart - Zur nächsten Verhandlungsrunde an diesem Montag verschärft die IG Metall die Gangart im Streit um eine neue Altersteilzeit.

"Kommen wir am Montag nicht substanziell weiter, wird sich der Konflikt ausweiten, und bundesweite Warnstreiks sind dann nicht mehr zu verhindern", sagte der baden-württembergische Bezirksleiter Jörg Hofmann am Sonntag in Stuttgart. Der neue Tarifvertrag müsse noch vor der Sommerpause unter Dach und Fach sein. Die Gewerkschaft verlangt ein verbessertes Angebot von Südwestmetall.

Der Arbeitgeberverband Südwestmetall und Gewerkschaft kommen am Montag in Böblingen zur vierten Verhandlungsrunde zusammen, um stellvertretend für alle Tarifgebiete über eine Anschlusslösung für die auslaufende staatliche Förderung der Altersteilzeit zu beraten. Strittig ist vor allem, wer 2009 nach dem Ende der staatlichen Förderung der Altersteilzeit die Finanzlücke schließt und welche Arbeitnehmer künftig einen Anspruch auf Altersteilzeit haben sollen.

Nach Angaben eines Arbeitgebersprechers ist in den Verhandlungen keine neue Offerte zu erwarten, sondern nur Präzisierungen der bisherigen Vorschläge. Dennoch strebe auch der Verband eine Lösung noch vor Beginn der Sommerpause an.

In der vergangenen Woche hatten sich bereits zehntausende Metaller in Baden-Württemberg an Warnstreiks beteiligt. Von diesem Montag an sollen die Aktionen auch auf den Tarifbezirk Hessen - also die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen - ausgeweitet werden. Ein Scheitern der Verhandlungen werde die im Herbst beginnende Lohnrunde in der Metall- und Elektroindustrie von Anfang an verschärfen, warnte der Frankfurter IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild. Gewerkschafts-Chef Berthold Huber drohte in der "Neuen Presse" (Hannover/Samstag): "Wenn sich die Arbeitgeber nicht bewegen, ist Arbeitskampf der nächste Schritt."

Die Arbeitgeber wollen den Anspruch der Arbeitnehmer auf Altersteilzeit einschränken; danach müssten die Beschäftigten nicht nur seit 20 Jahren in ihrem Betrieb arbeiten, sondern während mindestens 12 der vergangenen 15 Jahre in der Nacht- und Dreier- Wechselschicht oder über einen längeren Zeitraum in einem körperlich besonders anstrengenden Job gearbeitet haben. Dagegen fordert die IG Metall einen individuellen Anspruch vom 57. Lebensjahr an.

Außerdem unterstreicht die Gewerkschaft die Bedeutung des Tarifvertrags für die Verjüngung der Belegschaften. Eine freiwillige Betriebsvereinbarung bei Porsche habe seit dem Jahr 2000 zur Übernahme von 800 Auszubildenden bei Ausscheiden ebenso vieler älterer Kollegen geführt. Mit einem Demonstrationszug von Jugendlichen soll dies vor den Gesprächen in Böblingen veranschaulicht werden.

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