Metall, Elektro, Bau: Aufschwung erreicht jetzt den Arbeitsmarkt

- Berlin - Nach jahrelanger Durststrecke steht die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück wieder gut da. "Deutschland ist wieder einer der Top-Investitionsstandorte weltweit. Ich sehe wirtschaftlich mit Zuversicht in das neue Jahr", sagte er. Die Bundesrepublik komme mit einer robusten Konjunktur aus 2006, zuletzt mit etwa 2,5 Prozent Wachstum. "Die Mehrwertsteuererhöhung wird nur eine Delle hinterlassen", zeigte sich der Minister überzeugt.

Auch die deutsche Wirtschaft teilte den optimistischen Blick und schraubte ihre Wachstumsprognose nach oben. BDI-Präsident Jürgen Thumann erwartet inzwischen ein Wachstum von mehr als 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, wie er sagte. "Die gute Stimmung und auch die gute Auftragslage lassen mich immer zuversichtlicher ins neue Jahr blicken." Die letzte Wachstumsprognose des Bundesverbands der deutschen Industrie hatte bislang nur bei 1,3 bis 1,5 Prozent gelegen.

Der Aufschwung in Deutschland erreicht laut einer Branchenumfrage jetzt auch den Arbeitsmarkt. Die Hersteller in den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik und Elektronik sowie der Bauwirtschaft rechnen im kommenden Jahr mit steigenden Beschäftigtenzahlen, wie eine Erhebung der "Welt am Sonntag" ergab.

Zur Finanzpolitik der Bundesregierung sagte Steinbrück: "Wir müssen Kurs halten; bei der Konsolidierung und beim intelligenten Setzen von Wachstumsimpulsen." Der Erfolg im abgelaufenen Jahr habe der Koalition Recht gegeben. Denn eines gelte sicher: "Ohne Konsolidierung kein Wachstum, aber ohne Wachstum auch keine Konsolidierung. Die Bundesregierung habe an dem Wirtschaftsaufschwung "ihren gerechten Anteil", lobte Thumann, verwies aber auch auf die Vorgängerregierung von Kanzler Gerhard Schröder: "Die Agenda 2010 hat zu einer Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Situation beigetragen, auch in den Unternehmen. Auch wenn das noch nicht reicht, so sind es doch Schritte in die richtige Richtung." Diesen Kurs habe Merkel fortgesetzt, "insofern hat die aktuelle Regierung auch ihren Anteil".

Aus Thumanns Sicht geht der Aufschwung jedoch auch aufs Konto der hiesigen Firmen. "Wir haben in den letzten Jahren unsere Hausaufgaben gemacht und etwa unsere Kosten deutlich reduziert. Wir sind europaweit und global wettbewerbsfähiger geworden und werden dieses Jahr nicht ohne Grund zum vierten Mal in Folge Exportweltmeister", betonte er. Zufrieden stellte er fest: "Inzwischen werden die inländischen Kapazitäten ausgebaut und neue Arbeitsplätze geschaffen."

Maschinenbau, Elektrotechnik und Elektronik sowie die Bauwirtschaft wollen im kommenden Jahr mehr Mitarbeiter einstellen. In den meisten anderen Industriebranchen soll nach den Erwartungen der Unternehmen die Zahl der Arbeitsplätze wenigstens konstant bleiben, wie die "Welt" berichtet. Lediglich im Handel werden voraussichtlich weitere Stellen abgebaut.

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