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Die Aufträge für die Industrie in Bayern gehen zurück. Die IG Metalll warnt, dass Leiharbeiter die Entwickluung als Erste zu spüren bekommen werden.

IG Metall erwartet Einschnitt bei Leiharbeit

München - Die bayerische Industrie spürt einen Auftragsrückgang und könnte nach Einschätzung der IG Metall ab Herbst die ersten Leih- und Zeitarbeiter nach Hause schicken.

Der Konjunkturabschwung gefährdet nach Einschätzung der IG Metall Bayern vor allem Zeit- und Leiharbeiter. “Die werden die ersten sein, die es treffen wird“, sagte IG-Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler am Mittwoch in München. Auch Kurzarbeit für Stammbeschäftigte schloss er nicht aus. Er erwarte aber keine Krise wie 2008 und keine Entlassungen.

Angesichts der Euro-Schuldenkrise sei er überrascht, wie stabil die deutsche und bayerische Wirtschaft immer noch dastehe. “In den nächsten drei Monaten muss man sich noch keine Sorgen machen.“ Die Aufträge gingen zurück, aber bis Herbst sei das Polster für die Produktionsauslastung dick genug.

Einen Einbruch spüre die Nutzfahrzeugbranche - MAN in München gehe im Sommer zum Einschichtbetrieb über. Allerdings sei das nur in Boomjahren anders gewesen, sagte ein MAN-Sprecher. Wechsler sagte weiter, bei Siemens gebe es im Industrie- und Energiesektor vereinzelt Diskussionen über Arbeitszeitverkürzung. BMW dagegen “braucht jede Schicht, um zu produzieren“. Kurzarbeit gebe es aktuell nur in einem Dutzend von 1000 Metall- und Elektrobetrieben in Bayern.

Die Zahl der Leiharbeiter in Metall und Elektroindustrie werde aber nicht nur wegen der Konjunkturabschwungs sinken, sondern auch wegen der kräftigen Zuschläge für Leiharbeiter nach dem neuen Tarifvertrag. “Der große Vorteil Lohndumping fällt weg“, sagte Wechsler. Gegenüber dem Höchststand sei die Zahl der Leiharbeiter im Freistaat bereits um rund 5 000 auf unter 35 000 gesunken - “auch durch Übernahmen in feste Arbeitsverhältnisse“, betonte der Gewerkschaftschef. Die Unternehmen achteten darauf, keine Mitarbeiter zu verlieren, die sie im nächsten Aufschwung dringend wieder brauchten.

Sorgen macht sich der bayerische IG Metall-Chef um die sichere Energieversorgung der Industrie. Mit der bayerischen Wirtschaft und der Regierung sei er einig in der Forderung nach mehr Gaskraftwerken zur Grundlast-Versorgung, sagte Wechsler. Außerdem müsse die Energiewende auch über Steuern vom Staat subventioniert werden, nicht nur über die Umlage der Stromverbraucher.

Vor der 62. Bezirkskonferenz der IG Metall Bayern an diesem Freitag und Samstag sieht Wechsler die Gewerkschaft “auf gutem Weg, junge Mitglieder zu gewinnen“. Allein im vergangenen halben Jahr sei die Gewerkschaft um 4000 auf 361 000 Mitglieder gewachsen: “Der Trend nach oben statt nach unten geht weiter.“ Zur Bezirkskonferenz werden 400 Teilnehmer erwartet, darunter der zweite IG-Metall-Vorsitzende Detlef Wetzel, der bayerische Staatskanzleichef Thomas Kreuzer (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD).

dpa

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