IG Metall fordert 6,5 Prozent mehr Lohn

Tarifpoker: - München -­ Bei der im März beginnenden Metall-Tarifrunde zeichnet sich eine Gewerkschaftsforderung von 6,5 Prozent ab. Eine Empfehlung in dieser Höhe wolle der Bundesvorstand der IG Metall morgen an die Tarifkommission der Gewerkschaft abgeben, berichtet der "Spiegel". Dieser Wert spiegele exakt die Erwartungen der Tarifkommissionen in den sieben IG-Metall-Bezirken wider.

Eine Forderung von 6,5 Prozent für die 3,4 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie wird auch allgemein erwartet, da die meisten Bezirke 6 bis 7 Prozent mehr Lohn und Gehalt als Rahmen genannt haben.

Die endgültige Forderung wird der Vorstand am 26. Februar nach einer weiteren Diskussionsrunde in den Bezirken beschließen. Die regionalen Verhandlungen beginnen dann Mitte März. Die Friedenspflicht endet am 28. April. Danach sind Warnstreiks möglich.

Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser mahnte unterdessen einen Lohnabschluss von unter drei Prozent an, um der Metallindustrie die Schaffung weiterer Arbeitsplätze zu ermöglichen. Zwar werde auch 2007 für die Metall- und Elektroindustrie ein ordentliches Jahr, sagte er der "Wirtschaftswoche". Die Branche werde aber nur um 3,5 Prozent wachsen, nach 6,5 Prozent 2006. Der Tarifabschluss müsse daher geringer als 2006 ausfallen. Längst nicht allen Unternehmen der Branche gehe es gut. Im vergangenen Jahr seien in der Branche rund 30\x0f000 neue Jobs entstanden. "Bei einem vernünftigen Tarifabschluss könnte der Zuwachs an Arbeitsplätzen 2007 in einer ähnlichen Größenordnung liegen", sagte Kannegiesser.

Die voraussichtliche Forderungshöhe hat schon im Vorfeld zu einer Kontroverse zwischen IG Metall und Arbeitgebern geführt. Während die Gewerkschaft angesichts der guten wirtschaftlichen Situation der Metall- und Elektrounternehmen keinen Anlass für Lohnzurückhaltung sieht, warnen die Arbeitgeber vor einem zu starken Anstieg der Kosten. Um dies zu vermeiden, haben sie einen zweigeteilten Abschluss vorgeschlagen. Dieser soll aus einer möglichst niedrigen prozentualen Steigerung und einem einmaligen "Konjunkturbonus" bestehen, was die IG Metall ablehnt. Sie will möglichst hohe dauerhafte Erhöhungen durchsetzen.

In diesem Jahr wird in fast allen wichtigen Wirtschaftszweigen über Entgelterhöhungen verhandelt. In der chemischen Industrie ist die zweite Tarifrunde am 8. Februar geplant. Im Baugewerbe beginnen die Verhandlungen am 14. Februar. Auch in der Druckindustrie, im Groß- und Einzelhandel und im Ernährungsgewerbe wird in diesem Jahr verhandelt.

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