IG Metall fordert Verlagerungs-Abgabe

- Nürnberg/Frankfurt - Der IG-Metall-Vorsitzende Jürgen Peters hat eine Verlagerungs-Abgabe für Unternehmen gefordert. Wenn Unternehmen wie der Hausgerätehersteller AEG ihre Produktion in ein anderes Land verlagern wollten, müssten sie für die sozialen Folgen in Deutschland aufkommen, sagte Peters.

Mit einer solchen Abgabe könnten neue Beschäftigungsmöglichkeiten für die entlassenen Arbeitnehmer finanziert werden. "Die Unternehmen müssen in die Pflicht genommen werden, damit nicht die Gewerkschaften solche Beträge in mühseligen Abwehrkämpfen reinholen müssen", sagte Peters. Als andere Variante schlug der Vorsitzende der größten deutschen Gewerkschaft vor, eine Verlagerung aus reinen Profitgründen wie einen Veräußerungsgewinn zu versteuern. Das Unternehmen nehme Know-how und Entwicklungen aus Deutschland mit und verkaufe sie quasi an einen anderen Standort mit niedrigeren Kosten. Die Forderung von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos, keine Verlagerungen mehr mit EU-Geldern zu fördern, unterstützte Peters ausdrücklich. "Es ist unerträglich, dass wir möglicherweise mit Fördergeldern Abwanderungen finanzieren."

Unterdessen hat der Chef des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, vor einer Eskalation des Streiks bei AEG gewarnt. Er warf den Gewerkschaften vor, sie betrieben ein "gefährliches Spiel". Mit dem Streik würde ausländischen Investoren vor Augen geführt, wie schwierig es sei, unternehmerische Entscheidungen am Standort Deutschland umzusetzen, warnte er. "Ich sehe nicht, wem eine weitere Eskalation im Endeffekt nützen könnte", sagte Kannegiesser der "Passauer Neuen Presse".

Nach dem Scheitern von Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag wird das AEG-Werk seit 20. Januar bestreikt.

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