IG Metall: Harte Kritik aus eigenen Reihen

- Frankfurt - Die IG Metall hat mit einer Ausweitung der Streiks im Osten gedroht, falls es bei den Tarifverhandlungen am Freitag keine Einigung gibt. "Wenn es zu keiner Lösung kommt, werden die Zahlen der Streikteilnehmer wieder höher", sagte der ostdeutsche IG-Metall-Bezirksleiter Hasso Düvel. Dann werde es auch in den großen westdeutschen Automobilwerken "Solidaritätsaktionen" geben. Am Freitag wollen sich IG Metall und Arbeitgeber nach mehr als drei Wochen Streik erstmals wieder an den Verhandlungstisch setzen.

<P>Zuvor wollen sich IG-Metall-Chef Klaus Zwickel und Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser nach Gewerkschaftsangaben heute an einem geheimen Ort zu einem Sondierungsgespräch zusammenkommen. IG-Metall-Vize Jürgen Peters ging indes hart mit den gewerkschaftsinternen Kritikern seines Streikkurses ins Gericht. In diesem Zusammenhang legte sich Peters in ungewöhnlich scharfer Form mit den Streikgegnern in den eigenen Reihen an. </P><P>Entschieden wandte er sich gegen "diese Disziplinlosigkeit". Der IG-Metall-Vize reagierte damit auf Berichte unter anderem der "Wirtschaftswoche", Betriebsräte der Autohersteller hätten massivste Kritik an der Strategie der Gewerkschaftsführung geübt. Peters sei als "tarifpolitischer Geisterfahrer" beschimpft worden. Zugleich wurde spekuliert, Peters' Wahl zum IG-Metall-Chef könnte gefährdet sein.</P><P>Vom Streik, an dem sich nach Angaben der IG Metall knapp 8400 der 8500 aufgerufenen Mitglieder beteiligten, waren zehn Betriebe in Berlin, Brandenburg und Sachsen betroffen. Als Zeichen guten Willens will die IG Metall den Ausstand beim Getriebehersteller ZF aussetzen, um die Auswirkungen auf die Autoindustrie im Westen abzumildern. </P><P>Die Metaller können indes nicht einmal in den ostdeutschen Ländern auf nennenswerte Unterstützung zählen. Die Mehrheit lehnt einer Umfrage zufolge den Streik ab. Wie der Mitteldeutsche Rundfunk berichtet, wären die meisten Beschäftigten sogar bereit, zur Erhaltung ihrer Arbeitsplätze längere Arbeitszeiten in Kauf zu nehmen. 52 % der 600 Befragten sprachen sich gegen einen Streik aus.<BR></P>

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