IG Metall macht Druck

- Kamen/Stuttgart - Im Tarifkonflikt für die rund 3,4 Millionen Beschäftigten in der deutschen Metall- und Elektroindustrie stehen die Zeichen auf Sturm. Sollten die Verhandlungen nicht bis zum Ende der Friedenspflicht am 28. März auf ein Ergebnis zusteuern, will die IG Metall bereits einen Tag später zu massiven Warnstreiks aufrufen. Dies kündigten die Verhandlungsführer der beiden einflussreichen Tarifbezirke Baden-Württemberg und NordrheinWestfalen, Jörg Hofmann und Detlef Wetzel, am Donnerstag an.

Beide verlangten von den Arbeitgebern ein verhandlungsfähiges Angebot. Die Gewerkschaft fordert 3,5 Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber haben noch kein Angebot vorgelegt; sie halten einen Abschluss von 1,2 Prozent für vertretbar. Hofmann sagte in Stuttgart: "Wir halten diese Taktiererei für untragbar und schlicht verantwortungslos." Die Gespräche für die 800 000 Metaller im Südwesten werden am kommenden Dienstag in zweiter Runde fortgesetzt.

Demgegenüber gab sich der Vize-Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Michael Jäger, zuversichtlich, eine Einigung vor Auslaufen der Friedenspflicht zu erzielen. "Ich glaube, dass es machbar ist. Wir werden es zumindest versuchen", sagte Jäger am Donnerstag am Rande einer Betriebsbesichtigung in Kamen bei Dortmund. Jäger ist Verhandlungsführer der Arbeitgeber in Nordrhein-Westfalen. In der dritten Runde am 23. März rechne er aber nicht mit einem Abschluss. "Den Knoten hauen wir in der dritten Runde nicht durch."

"Ein Angebot wird möglicherweise in der dritten Verhandlungsrunde kommen können", sagte Jäger. Erst wolle man jedoch wissen, was sich hinter dem Forderungspaket der Gewerkschaft verberge. "Erst dann kann man ein Angebot machen." Der Abschluss müsse kostenneutral sein. In NRW zählt die Branche rund 700 000 Beschäftigte.

Die Verhandlungen für die 21 000 Beschäftigten im Tarifbezirk Thüringen wurden am Donnerstag ohne ein Angebot der Arbeitgeber in zweiter Runde vertagt. Die nächste Runde ist für den 4. April terminiert.

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