Metall-Tarifstreit

IG Metall ruft bayernweit zu Warnstreiks auf 

München - Kurz vor der dritten Verhandlungsrunde im Metall-Tarifstreit zieht die IG Metall noch mal die Daumenschrauben fester. Bayernweit ruft die Gewerkschaft zu Warnstreiks auf.

Erneut haben am Montag in Bayern tausende Metaller die Arbeit zeitweise niedergelegt. Die Warnstreiks in vielen Betrieben sollen kurz vor der dritten Runde der Tarifverhandlungen am Mittwoch den Druck auf die Arbeitgeber nochmals erhöhen. Auch am Dienstag werde es im ganzen Land Aktionen geben, kündigte die IG Metall an. Die Arbeitgeber mahnte die Gewerkschaft zur Mäßigung.

Insgesamt hatte die Gewerkschaft in Bayern in 37 Firmen zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, bis zum Nachmittag beteiligten sich nach Angaben eines Sprecher rund 6000 Beschäftigte. Ein großer Schwerpunkt war Regensburg, wo rund 1100 Mitarbeiter von Continental und Siemens vorübergehend in den Ausstand traten. Auch bei Bosch in Fürth und Liebherr in Kempten standen die Maschinen.

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„Die Atmosphäre am Verhandlungstisch war bisher nüchtern und sachlich. Ich kann nicht nachvollziehen, warum die IG Metall jetzt diesen Konfrontationskurs fährt“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands vbm, Bertram Brossardt, am Montag. Die Aktionen gefährdeten eine rasche Einigung. Die Gewerkschaft fordert 5,5 Prozent mehr Geld für die 770 000 Beschäftigten im Freistaat.

Die Arbeitgeber bieten 2,3 Prozent, allerdings bei einer längeren Laufzeit und zwei Nullmonaten. Nach Rechnung der Gewerkschaft bliebe damit ein Plus von 1,9 Prozent. Die IG Metall wies das Angebot umgehend als Provokation zurück. Am Mittwoch setzen sich beide Seite in Nürnberg zum dritten Mal zusammen. Bereits am Dienstag gehen die Verhandlungen in Baden-Württemberg weiter.

In Bayern ruft die IG Metall wieder in dutzenden Betrieben zu Warnstreiks auf - allein in Augsburg und Nordschwaben soll in mehr als 20 Betrieben die Arbeit ruhen, darunter MAN Diesel & Turbo. Dort will Bayerns IG Metall-Chef Jürgen Wechsler sprechen. „Die Arbeitgeber müssen am kommenden Mittwoch ein echtes verhandlungsfähiges Angebot vorlegen“, forderte Augsburgs IG-Metall-Chef Michael Leppek.

lby

Rubriklistenbild: © dpa

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