Tarifstreit

IG Metall schickt Tausende auf die Straße

München - Vor der entscheidenden Verhandlungsrunde im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie in Sindelfingen hat die IG Metall in Bayern den Druck auf die Arbeitgeber erneut erhöht.

Am Dienstag beteiligten sich nach Angaben der Gewerkschaft mehr als 25 000 Beschäftigte an Protestaktionen im Freistaat. Der bayerische Unternehmerverband VBM wies derweil auf die einbrechenden Aufträge in der Branche hin.

Es sei besorgniserregend wie sich der Abwärtstrend immer mehr beschleunige, erklärte VBM-Chef Bertram Brossardt.

"Die Rekordbeteiligung an den Warnstreiks ist ein deutliches Zeichen der Entschlossenheit", sagte der Bezirksleiter im Freistaat, Werner Neugebauer. Schwerpunkte waren Nürnberg, Augsburg und München.

Für den Fall des Scheiterns der Gespräche in Baden-Württemberg kündigte die Gewerkschaft für Mittwoch und Donnerstag weitere mehrstündige Ausstände an. Zudem droht der erste unbefristete Streik in der Metall- und Elektroindustrie seit 2003.

Die Gespräche in Sindelfingen dauerten zum Redaktionsschluss unserer Zeitung an. Sie waren am Dienstagnachmittag von Skepsis begleitet angelaufen. Die Wahrscheinlichkeit für einen Durchbruch liege unter 50 Prozent, sagten die beiden Verhandlungsführer, Südwestmetall-Chef Stefan Roell und IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann.

Roell bezeichnete die Forderung der Gewerkschaft nach acht Prozent mehr Lohn als "jenseits aller Vernunft". Die Positionen lägen "sagenhaft weit auseinander". Sein Verband wolle zunächst kein neues Angebot vorlegen. Hofmann verteidigte die Forderung und sprach von einer "extremen Diskrepanz" zu den Arbeitgebern. Die Arbeitgeber müssten sich bewegen. Bislang haben sie 2,1 Prozent mehr Lohn sowie eine Einmalzahlung von 0,8 Prozent geboten.

fe/dpa

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